Wirtschaft : Globale Korruption beklagt

Weltbank: 40 Prozent aller Unternehmen zahlen Schmiergelder

BONN (AFP).Die weitverbreitete Korruption in aller Welt schadet nach Einschätzung der Weltbank den Volkswirtschaften erheblich.Wie aus dem am Mittwoch vorgestellten Entwicklungsbericht der Weltbank hervorgeht, müssen 40 Prozent der Unternehmer weltweit Schmiergelder zahlen.In einer Umfrage unter Unternehmern in 69 Ländern wurde festgestellt, daß dieser Anteil in den Industrieländern immerhin noch bei 15 Prozent lag.In Asien gehöre Bestechung für 30 Prozent der Wirtschaftsvertreter zum Alltag, in der ehemaligen Sowjetunion für 60 Prozent.Mehr als die Hälfte der Unternehmer gaben außerdem an, daß ein gezahltes Schmiergeld nicht unbedingt die versprochene Gegenleistung nach sich ziehe.Insgesamt sei Korruption damit eines der Haupthindernisse für das Wirtschaftsleben.
Korruption könne sich immer dann entwickeln, wenn öffentliche Bedienstete die Möglichkeiten hätten, Dinge geheim zu halten, und wenn sie nicht ausreichend zur Rechenschaft gezogen würden.Der Mißbrauch von Macht zu privaten Zwecken - so die Definition der Weltbank für Korruption - gedeihe vor allem in Staaten mit einer künstlichen Kluft zwischen Angebot und Nachfrage, so daß Vermittler lukrative Geschäfte witterten.Auch wenn der Staat zuviel regle, fördere er die Korruption.
Als Gegenmaßnahmen sprach sich die Weltbank für angemessene Bezahlung von Staatsdienern aus sowie für deren Einstellung und Beförderung nach Fähigkeiten und Leistungen.Die Einflußnahme der Politik müsse dagegen begrenzt werden.Öffentliche Beschäftigte müßten besser kontrolliert werden und sollten eher damit rechnen müssen, für ihre Bestechlichkeit bestraft zu werden.Öffentliche Aufträge müßten in öffentlichen Verfahren ausgeschrieben werden.Wenn außerdem verschiedene staatliche Stellen gleichzeitig dafür zuständig seien, werde die Zahlung von Schmiergeldern teurer und so weniger wirksam.
Korruption könne auch dadurch eingedämmt werden, daß die staatliche Kontrolle des Außenhandels gelockert werde, Zugangsbeschränkungen für ausländische Firmen aufgehoben und staatliche Firmen privatisiert würden."Wenn der Staat nicht die Autorität hat, Exporte zu beschränken und Geschäfte zu genehmigen, gibt es keine Gelegenheiten, in diesen Bereichen Schmiergelder zu zahlen."

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