Wirtschaft : Globalisierung als Wettbewerbsvorteil

Otis setzt auf starke nationale Gesellschaften

BERLIN (-olm).Das Thema Globalisierung ist für den weltweit operierenden Marktführer für Aufzüge und Fahrtreppen Otis mit Blick auf den internationalen Wettbewerb schon immer ein wesentlicher Faktor gewesen.Die damit verbundene Dezentralisierung, so der Chairman der Gruppe Jean Pierre van Rooy am Mittwoch in Berlin, sei bei der großen Marktpräsenz in 222 Ländern längst vollzogen. Ein wirkliches Problem stelle dagegen das Zurückführen der möglichen Synergien auf zentrale und damit überschaubare Ebenen dar.Trotz der globalen Vernetzung aller 28 Produktionsstätten in Amerika, Europa und Asien über die elektronischen Medien liegt in der Bündelung eine der größten Herausforderungen innerhalb der Otis-Gruppe.Einer der Gründe für den schwierigen Prozeß, die Vorteile jeder einzelnen Gesellschaft innerhalb der Gruppe zu konzentrieren, ist die auf starke Partner ausgerichtete Struktur.Rund 85 Prozent des Umsatzes - der zuletzt bei 5,6 Mrd.DM lag - erwirtschaftet Otis außerhalb der USA.Innerhalb der Gruppe nimmt der deutsche Otis-Konzern nach den Gesellschaften in USA, Frankreich und Japan den vierten Platz in der Welt ein. Das Vertrauen in starke Partner, sagt van Rooy, habe dem Unternehmen geholfen, auf den nationalen Märkten Fehler zu vermeiden und mit Innovationen der Erste zu sein.Wenn auch dies das Ausloten von Synergieeffekten erschwere, überwiegen die Vorteile dieser Firmenphilosophie doch bei weitem.So möchte Chairman van Rooy allein mit Blick auf die asiatischen Märkte auch künftig an der Globalisierung festhalten.Schon heute steuert der Bereich Pacific/Asia mit 1,6 Mill.US-Dollar knapp 30 Prozent des Gesamtumsatzes der weltweiten Otis-Gruppe bei.Van Rooy geht davon aus, daß sich das Marktvolumen in dieser Region innerhalb der nächsten zehn Jahre verdoppeln wird. Nirgendwo auf der Welt entwickelten sich Bruttosozialprodukt aber auch die Bevölkerungszahlen ähnlich dynamisch, sagte er.Auch die Europäer könnten nach Meinung des US-Managers von dieser Entwicklung insbesondere in China, Taiwan und Korea profitieren.Dabei gehe es zum einen darum, den europäischen Absatzmarkt gegen Importe aus Fernost zu verteidigen und gleichzeitig mit eigenen Produkten auf den asiatischen Märkten präsent zu sein.Otis - heute eine hundertprozentige Tochter der United Technologies Corporation - hat sich früh auf diese neuen Märkte vorbereitet.Allein in China ist Otis an 200 Standorten vertreten, erwirtschaftet jährlich 300 Mill.US-Dollar Umsatz und macht nach Auskunft des Chairmans gute Gewinne. Einen anderen Stellenwert besitzen die osteuropäischen Länder und Rußland.Hier setzt van Rooy darauf, daß der Anschluß an den Westen in absehbarer Zeit geschafft ist.Anders als in den USA, wo die Aktionäre in jedem Jahr Wachstum und steigende Gewinne erwarten, "verdienen wir in Rußland nichts, aber wir verlieren auch kein Geld", sagt der Manager.Größter Posten vor Ort sind die 100 000 Aufzüge, die gewartet werden müssen.Das Neugeschäft mit rund 800 Aufzügen pro Jahr stellt vor dem Hintergrund der Größe des Marktes noch keinen nennenswerten Erfolg dar.Auch leiden ausländische Unternehmen noch immer darunter, Gewinne zu transferieren.Scherzhaft fügt van Rooy hinzu: "Ich habe schon Herrn Gorbatschow gesagt, daß ich Rubel sehr gerne habe.Aber nur in Rußland und nicht in Genf oder New York." Für Forschung und Entwicklung gibt Otis weltweit 130 Mill.US-Dollar jährlich aus.Jüngste Produkte dieser Aktivitäten sind ein sowohl vertikal wie horizontal einsetzbares Fahrelement, das Ebenen und Höhen miteinander verbindet, sowie eine auf einem Luftkissenband laufende Kabine, die für kleinere Strecken zum Beispiel auf Flughäfen eingesetzt werden kann.Otis unterhält Entwicklungszentren in zwölf Ländern.

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