Wirtschaft : GM streicht 30 000 Stellen Opel nicht betroffen

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Berlin / Detroit - General Motors (GM) streicht in Nordamerika 30 000 Stellen und damit 5000 Jobs mehr als bislang geplant. Zwölf Produktions- und Service- Standorte in den USA und Kanada werden geschlossen. Dadurch sollen die Einsparungen bis Ende 2006 sieben Milliarden Dollar betragen. Die deutsche Tochter Opel, bei der bereits ein massiver Stellenabbau läuft, ist von den Streichungen nicht betroffen. Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz sagte auf Anfrage, er sehe „im Moment keine Auswirkungen auf GM Europe“. Die entsprechenden Verträge liefen bis 2010, und ihm seien auch keine Kürzungen zum Beispiel im Entwicklungsbudget bekannt.

Die Streichungen in den USA seien abzusehen gewesen, meinte Franz, und ein „unglaublich tiefer Schnitt“. Alle Arbeitnehmervertreter von General Motors, des weltweit größten Autoherstellers, würden sich im nächsten Jahr in Antwerpen treffen, um über die künftige Zusammenarbeit zu beraten.

Der Großteil des Stellenabbaus in den USA solle durch natürliche Fluktuation und Vorruhestand erfolgen, sagte GM-Chef Rick Wagoner am Montag. Die Entscheidungen seien schwer gewesen, weil sie tausende Beschäftigte und ihre Familien sowie die Städte, in denen die Werke liegen, treffen. „Aber diese Schritte sind notwendig für GM, um die Kosten auf das Niveau unserer Wettbewerber zu bringen.“ Sie seien ein Schlüsselelement des Plans, das Nordamerika- Geschäft wieder in die Gewinnzone zu bringen. Der Abbau werde den Gewinn „erheblich“ belasten, hieß es, ohne dass eine Größenordnung genannt wurde.

Der Heimatmarkt macht GM seit Monaten schwer zu schaffen. In den ersten drei Quartalen 2005 addierte sich der Verlust dort auf 4,8 Milliarden Dollar. Auslöser waren ein sinkender Absatz, ein ruinöser Preiskrieg sowie hohe Pensionsverpflichtungen. Das Minus in Nordamerika brachte den gesamten Konzern auf ein Neunmonats-Minus von 3,8 Milliarden Dollar. GM hatte bereits im Juni angekündigt, 25 000 Jobs in amerikanischen Produktionsstätten zu streichen. Zum Ende des dritten Quartals hatte GM 173 000 Beschäftigte in Nordamerika. In den USA, die besonders stark von den Werkschließungen betroffen sind, arbeiteten für GM 142 000 Personen. In Nordamerika will GM die Produktionskapazität bis Ende 2008 auf 4,2 Millionen Fahrzeuge senken – um eine Million mehr als bislang angekündigt. dpa/alf

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