Wirtschaft : GM verhandelt seit Dezember über Chrysler Daimler-Aktie profitiert weiter von Verkaufsplan

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New York - General Motors (GM) führt nach einem Zeitungsbericht seit zwei Monaten Gespräche mit Daimler-Chrysler über die Übernahme der Chrysler Group. Wie die „Detroit News“ am Montag berichtete, würde Chrysler aufhören, als Gesellschaft oder Tochterfirma zu existieren. Stattdessen würden Fabriken und Marken (Chrysler, Dodge, Jeep) Teil der GM-Organisation. Der erste Kontakt habe im Dezember zwischen GM-Chef Rick Wagoner und dem Daimler-Chrysler-Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche in Detroit stattgefunden, um den Kauf von Chrysler zu diskutieren.

Zwar sei eine Transaktion alles andere als sicher, doch hätten seitdem mindestens vier Treffen zwischen Wagoner und GM-Finanzchef Fritz Henderson sowie Zetsche und dem Daimler-Chrysler-Finanzvorstand Bodo Uebber stattgefunden. An der Börse profitiert die Daimler-Chrysler-Aktie weiter von den Verkaufsspekulationen. Bis zum späten Montagnachmittag stieg das Papier um knapp vier Prozent auf gut 56 Euro. Die Basis für eine Übernahme durch GM sei die Notwendigkeit einer weit reichenden Konsolidierung auf dem amerikanischen Automarkt, hieß es. GM, Ford und Chrysler haben in den vergangenen Jahren zunehmend Marktanteile an asiatische und europäische Hersteller verloren. Daimler-Chrysler wolle seinerseits den 1998 vollzogenen Zusammenschluss zwischen Daimler-Benz und Chrysler auflösen. Es wäre für Daimler-Chrysler wegen Sozialverpflichtungen für Mitarbeiter in Höhe von schätzungsweise 18 Milliarden Euro am günstigsten, die Sparte als Ganzes zu verkaufen. Vor allem Gesundheitskosten und Pensionspflichten belasten alle US-Autohersteller.

Zum ThemaUS-Autokonzerne: Am Kundenwunsch vorbeiDossier: Mobiles LebenDie Chrysler Group verbuchte im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von 1,2 Milliarden Dollar. Erst in der vergangenen Woche hatte Zetsche einen Sanierungsplan vorgelegt, der den Abbau von 13 000 Stellen, die Schließung einer Fabrik in den USA und die Rückkehr in die schwarze Zahlen bis 2008 vorsieht. Es gebe zwei entscheidende Fragen, die eine Chrysler-Übernahme durch GM verhindern könnten, schreibt die „Detroit News“: Die Höhe des Preises, den GM für Chrysler zu zahlen hätte und wie die Automobilarbeitergewerkschaft United Auto Workers (UAW) auf einen Zusammenschluss reagieren würde. Die Bank of America Securities veranschlage den Wert von Chrysler ohne Verpflichtungen auf fünf Milliarden Dollar (rund 3,8 Milliarden Euro). dpa/Tsp

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