Wirtschaft : Göhner verlässt den Bundestag

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Berlin - Reinhard Göhner, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), legt sein Bundestagsmandat nieder. Der 54-jährige CDU-Abgeordnete begründete den Schritt mit der Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender einer kleinen Beratungsfirma, die er in Kürze wahrnehmen werde. Göhner betonte am Dienstag ostentativ, dass seine Entscheidung weder politische noch verbandsinterne Gründe habe. Sowohl die Bundeskanzlerin als auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt habe er vorab informiert.

Göhner ist vermutlich der einflussreichste Lobbyist auf Seiten der Arbeitgeber. Im Zusammenhang mit der Affäre um den CDU-Politiker Norbert Röttgen, der vergangenes Jahr an die Spitze des Industrieverbandes BDI wechseln sollte, aber dann wegen der Doppelfunktion in Partei und Verband absagte, war auch Göhner in die Kritik geraten. Göhner sitzt seit fast 25 Jahren im Bundestag und lenkt seit 1996 die Geschäfte des Arbeitgeberverbandes. Eigentlich hatte er nach den Neuwahlen 2006 sein Mandat aufgeben wollen. Als es dann bereits 2005 zur Wahl kam und er keinen Nachfolgekandidaten für seinen Wahlkreis in Herford fand, machte Göhner weiter. Jetzt rückt Cajus Caesar aus dem Kreis Lippe für ihn in den Bundestag.

Göhner selbst bleibt an der BDA-Spitze und fungiert zusätzlich als Aufsichtsratsvorsitzender der Beratungsfirma Centconsult mit Sitz in Paderborn. Das Unternehmen mit zehn Mitarbeitern war in den 90er Jahren unter anderem von Göhner gegründet worden und ist im Bereich Unternehmensberatung und -management tätig. Das Geschäftsmodell erweitert sich, da sich Centconsult zunehmend an Firmen beteiligt, auch aus dem öffentlichen Sektor. Göhner selbst will indes nicht operativ tätig werden, sondern nur den Aufsichtsrat führen. alf

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