Wirtschaft : Gold ist keine gute Anlage mehr

Daniel Rhee-Piening

Die Lage im Nahen Osten spitzt sich weiter zu, der Ölpreis ist auf den höchsten Stand seit sieben Monaten gestiegen. Die hohen Energiekosten drohen den ersehnten Aufschwung in den Industrieländern im Keim zu ersticken. Dies ist die Stunde der Mahner und Bedenkenträger. Sie halten seit je das Gold hoch, empfehlen das Edelmetall als sicherste Anlage in stürmischen Zeiten.

Viele Argumente sprechen gegen diesen Tipp. Gold hat als rentable Anlage für breite Anlegerschichten in Westeuropa ausgedient. Die hohen Kosten für den Kauf und Verkauf und für die Lagerung lassen eventuelle Kursgewinne schnell wieder schmelzen. Und schon der kleinste Kratzer auf Barren oder Münzen führt zu deutlichen Preisabschlägen beim Verkauf. Und: Gold ist totes Kapital, es bringt keine Zinsen.

Selbst die Anlage in Gold-Zertifikaten oder in Aktien von Goldminen bleibt ein höchst unsicheres Geschäft. Zum einen sinkt bei weltweit nachlassenden Wachstumsraten auch die Nachfrage, zum anderen besteht ein potenzielles Überangebot an Gold. Erst in der vergangenen Woche hat Bundesbankpräsident Ernst Welteke die Möglichkeit von Goldverkäufen angedeutet. Und die Bundesbank, die immerhin 3500 Tonnen Gold ihr Eigen nennt, steht nicht allein. Dass die europäischen Notenbanken den Preisanstieg noch nicht zu massiven Verkäufen genutzt haben, ist nur einer Selbstverpflichtung aus dem Jahre 1999 zu verdanken. Grundsätzlich aber werden die Notenbanken sich nach und nach von einem großen Teil ihrer Goldreserven trennen - und damit auch die längerfristigen Aussichten trüben.

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