Wirtschaft : Gold kommt zurück nach Deutschland Bundesbank beugt sich öffentlichem Druck

Frankfurt am Main - Die Bundesbank reagiert auf öffentlichen Druck und holt fast 700 Tonnen deutsches Gold aus dem Ausland nach Deutschland. „Wir werden in diesem Jahr beginnen und spätestens im Jahr 2020 enden“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele am Mittwoch. Ziel sei, ab 2020 die Hälfte der deutschen Goldreserven in eigenen Tresoren im Inland aufzubewahren. Die Barren, die aus dem Ausland geholt werden, sind zusammen ungefähr 27 Milliarden Euro wert. Derzeit lagert der Großteil des Goldes im Ausland. Das Edelmetall ging vor allem in den 1950er und 1960er Jahren als Bezahlung beziehungsweise Gegenwert hoher deutscher Außenhandelsüberschüsse in den Besitz der Deutschen Bundesbank über. In Deutschland gab es im Herbst eine öffentliche Debatte über die Sicherheit des deutschen Goldes im Ausland. Der Bundesrechnungshof hatte „angesichts des hohen Werts der bei ausländischen Notenbanken gelagerten Goldbestände und der Tatsache, dass diese noch nie aufgenommen wurden“ regelmäßige Stichproben gefordert.

Ende 2012 umfasste der Goldschatz der Bundesbank – der zweitgrößte unter den Notenbanken weltweit – 3391 Tonnen im Wert von 137,5 Milliarden Euro. Fast die Hälfte davon verwahrt die US-Notenbank in New York. In eigenen Tresoren lagert die Bundesbank in Frankfurt derzeit knapp ein Drittel des Edelmetalls: 1036 Tonnen. Nun sollen die Bestände in New York schrittweise um 300 Tonnen verringert werden, den Lagerort Paris will die Bundesbank ganz aufgegeben. „Die gemeinsame Währung in Europa verringert die Notwendigkeit, Gold bei Partnerländern in Europa zu lagern“, erklärte Thiele. Sparen wird die Bundesbank durch den Schritt nicht: Die Lagerung in Paris und New York ist kostenlos, die Bank of England, die auch deutsche Goldbestände aufbewahrt, verlangt gut 500 000 Euro Gebühr pro Jahr. dpa

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