Wirtschaft : Gold soll 2014 wieder glänzen

Banken sagen leichten Preisanstieg voraus.

Berlin - Die als sicher geltende Goldanlage hat im vergangenen Jahr besonders stark enttäuscht. Dies lag nur zum Teil an der in den Hintergrund gerückten Euro- Schuldenkrise. Vielmehr sorgten die Aussicht auf steigende Renditen am US-Kreditmarkt und die Hausse an den Aktienmärkten für eine Abkehr der großen institutionellen Investoren vom Gold.

Im großen Stil trennten sie sich von den Gold-ETFs (Exchange Traded Funds, d. h. börsennotierte Indexfonds). Die Bestände des weltgrößten Gold-ETF-Fonds „SPDR Gold Trust“ fielen auf das niedrigsten Niveau seit 2009. Dies drückte auch den Preis für die Feinunze im Jahresverlauf um 28 Prozent auf rund 1204 Dollar. Das ist nicht nur der erste Jahresverlust seit 13 Jahren, sondern auch der größte in mehr als drei Jahrzehnten.

Dabei hatte es für das gelbe Metall so gut ausgesehen. Denn angesichts der Geldflut durch die Notenbanken galt Gold als sicherer Inflationsschutz. Dies hatte noch 2011 den Preis auf ein Rekordniveau von mehr als 1900 Dollar getrieben. Auch für 2013 waren die meisten Analysten eigentlich zuversichtlich gewesen. Einige hatten sogar Preise von mehr als 2000 Dollar prognostiziert.

Für das neue Jahr sind die Prognosen gemischt. „Der Goldpreis dürfte sich vom historischen Einbruch in diesem Jahr erholen und im Jahr 2014 moderat steigen“, schreiben die Analysten der Commerzbank in ihrem Ausblick. Die Investmentnachfrage sollte sich allmählich beleben. Dies spreche zusammen mit der robusten Nachfrage aus Asien für einen Anstieg des Goldpreises auf 1400 Dollar bis Ende 2014. Die DZ Bank ist da weniger zuversichtlich: Sie erwartet, dass die geldpolitische Wende in den USA im neuen Jahr schrittweise vollzogen wird. „Im Tief rechnen wir in 2014 mit einem Goldpreis von 1100 Dollar“, schrieben die Analysten in ihrem Ausblick. Auch die Helaba ist vorsichtig: Edelmetalle hätten gegenüber dem historischen Hoch schon einiges eingebüßt und inzwischen auch zu einem großen Teil höhere Zinsen im Preis vorweggenommen. „Ausgesprochen billig erscheinen sie aber noch nicht“, warnen die Experten der Hessischen Landesbank. Im Jahresverlauf sehen sie den Goldpreis zunächst bis auf 1150 Dollar fallen, bevor er sich dann im zweiten Quartal bei 1200 Dollar erholt und bis zum dritten Quartal 2014 auf 1250 Dollar steigt. rtr/mot

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