Wirtschaft : Goldener Handschlag der Gasag bis zu 200 000 DM wert

BERLIN (dw).Die geplante Halbierung der Gasag-Belegschaft auf 1150 Arbeitsplätze soll mit Hilfe hoher Abfindungen beschleunigt werden.Wie Vorstandschef Rudolf Schulten und Personalvorstand Jörg Rommerskirchen am Dienstag abend vor der Presse erläuterten, sollen pro ausscheidendem Mitarbeiter durchschnittlich 65 000 DM gezahlt werden.In dem 90seitigen Sozialplan seien die Abfindungen für die Mitarbeiter je nach Betriebszugehörigkeit und sozialer Situation stark differenziert.Ein 45jähriger Gasag-Mitarbeiter mit 25 Jahren Betriebszugehörigkeit könne eine Abfindung von rund 96 000 DM erwarten, die sich bei frühzeitigem Ausscheiden durch Sonderprämien auf bis zu 200 000 DM erhöhen könne.Allerdings kämen für diese Höchstsumme nur rund 50 Mitarbeiter in Frage.

Niedriger fällt die Abfindung für Mitarbeiter aus, die bei gleichen Bezügen in die geplante "Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft" eintreten und diese erst nach zwei oder maximal drei Jahren verlassen.Wer die Qualifizierungsgesellschaft nach zwei Jahren verläßt, erhält etwa nur noch 80 Prozent der Abfindung.

Wie berichtet, plant die seit Jahren defizitäre Gasag, durch den Abbau von 1400 Stellen bis Ende 2003 die Gewinnschwelle zu erreichen.Durch den Sozialplan, der von Betriebsrat und Gewerkschaften mitgetragen wird, fallen 1999 noch einmal Verluste von rund 100 Mill.DM an, was die Gesamtverbindlichkeiten der Gasag auf über 1 Mrd.DM erhöht.Durch den drastischen Personalabbau können aber ab 2000 jährlich 140 Mill.DM eingespart werden.

Am Mittwoch kündigte die Gasag ebenfalls die Ausgliederung der Ablese- und Abrechnungsabteilung an.Rund 220 ehemalige Gasag-Mitarbeiter sollen künftig die "Berliner Abrechnungs- und Servicegesellschaft" (BAS) bilden.Diese werden nicht nur Gaszähler ablesen, sondern auch für externe Auftraggeber Strom- und Wasserzähler.Die Berliner Wasserbetriebe haben etwa für 1999 die Ablesung von 50 000 Wasserzählern in Berlin als Auftrag europaweit ausgeschrieben.Um den Auftrag im Wert von 1 Mill.DM hat sich die neue Gasag-Tochter bereits beworben.

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