Wirtschaft : Goldener Handschlag von Vattenfall Hohe Abfindungen für deutsche Ex-Manager

Stockholm - Der schwedische Energiekonzern Vattenfall hat nach Medienangaben zehn Millionen Euro Abfindungen an drei Ex-Topmanager seiner deutschen Tochter gezahlt. Wie die Zeitung „Sydsvenskan“ (Malmö) am Sonntag auf Basis von Bilanzangaben berichtete, erhielt der frühere Chef von Vattenfall Europe, Hans-Jürgen Cramer, nach nur fünf Monaten im Amt 2008 eine Abfindung von 2,3 Millionen Euro (20,9 Millionen Kronen). 2007 zahlte das staatliche schwedische Unternehmen dem Bericht zufolge eine Abfindung von umgerechnet 5,5 Millionen Euro an Cramers Vorgänger Klaus Rauscher. Er musste seinen Posten wegen der zahlreichen Pannen an den Vattenfall-Atomreaktoren Brunsbüttel und Krümmel räumen, die seit knapp vier Jahren fast permanent stillgestanden haben. Der frühere Finanzchef von Vattenfall Europe, Hans-Jürgen Meyer, erhielt „Sydsvenskan“ zufolge nach zwei Jahren im Amt im letzten März zusätzlich zu Gehalt und Bonus eine Abfindung über 2,4 Millionen Euro.

Vattenfalls Pressechef Ivon Banek bestätigte die Zeitungsangaben auf Anfrage. Er sagte weiter: „Die Vereinbarungen entsprechen deutscher Praxis. Künftige Lösungen müssen sicherstellen, dass wir den Richtlinien der schwedischen Regierung folgen und gleichzeitig weiter Spitzenkräfte in Deutschland finden und halten können.“ Als Hintergrund für die eigenen Nachforschungen nannte „Sydsvenskan“ den heimischen Konflikt um Abfindungen an den früheren Vattenfall-Konzernchef Lars G. Josefsson. Der 60-Jährige hat nach seinem von der Regierung erzwungenen Rückritt nach elf Jahren im Amt Anspruch auf Pensionen über 6,9 Millionen Euro. Von zusätzlich als Abfindung vereinbarten 1,3 Millionen Euro musste Josefsson die schon ausgezahlte erste Hälfte zurückzahlen, weil die Vereinbarung sich als unzulässig erwies. dpa

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