Wirtschaft : Goldman Sachs verdient glänzend Finanzsenator Nußbaum rechnet mit US-Bank ab

Unter Verdacht stehende Bank verdient glänzend

New York - Die unter Betrugsverdacht stehende US-Bank Goldman Sachs reiht sich in den Reigen der US-Finanzinstitute ein und überrascht im ersten Quartal mit einem Milliardengewinn. Der Überschuss verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu auf 3,3 Milliarden Dollar, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Wie bereits in den vorangegangenen Quartalen verdiente Goldman einen Großteil davon im klassischen Wertpapiergeschäft. Analysten hatten mit einem deutlich geringeren Gewinn gerechnet.

Bis zum Abend verlor die Aktie an der New Yorker Börse dennoch leicht. Nach Bekanntwerden der Betrugsklage der US-Börsenaufsicht (SEC) am vergangenen Freitag war das Papier um mehr als zwölf Prozent eingebrochen. Die SEC wirft dem Institut vor, Investoren bei der Vermarktung eines verbrieften Hypothekenkredits (CDO) getäuscht zu haben. Seit Dienstag nimmt auch die britische Finanzaufsicht FSA die Investmentbank unter die Lupe.

Derweil kündigte erstmals ein hochrangiger Politiker die Zusammenarbeit mit der US-Bank auf. „So wie sich die Investmentbanker von Goldman Sachs verhalten und wie sie auftreten, habe ich erhebliche Zweifel, ob es sich um seriöse Geschäftsleute handelt“, sagte der Berliner Finanzsenator Ulrich Nußbaum, der zurzeit auch Vorsitzender der Finanzministerkonferenz ist, dem „Handelsblatt“. „Gerade nach den persönlichen Erfahrungen, die ich mit Goldman Sachs in den vergangenen Monaten gemacht habe, werde ich mit solchen Bankern, wenn es sich vermeiden lässt, keine Geschäfte mehr machen.“

Der Berliner Finanzsenator hat mit Goldman Sachs schlechte Erfahrungen gemacht. Weil Alexander Dibelius, Deutschland-Chef von Goldman, die im Jahr 2004 von Berlin erworbene Immobiliengesellschaft GSW früher als vereinbart an die Börse bringen wollte, forderte Nußbaum für die Zustimmung des Landes 30 Millionen Euro. Dibelius ließ daraufhin ein Gutachten anfertigen, in dem eine mögliche Zahlung an das Land Berlin als Bestechung qualifiziert wurde. rtr/dpa/HB

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