Wirtschaft : Goldpreis klettert auf 16-Jahres-Hoch

Bernd Hops

Berlin - Nicht nur Aktien und Euro befinden sich auf einem Höhenflug. Auch der Goldmarkt bewegt sich auf einem Rekordniveau. Rund 445 Dollar kostete eine Feinunze zwischenzeitlich in London – so viel wie seit 16 Jahren nicht mehr. Am Donnerstagabend gab der Preis dann nur leicht nach. In den vergangenen vier Jahren ist der Kurs fast um 200 Dollar gestiegen. Besonders der schwache Dollar, der Gold für Käufer zum Beispiel aus Euro-Ländern verhältnismäßig günstig macht, hat zuletzt für einen Schub gesorgt.

Aber langsam sei das Potenzial ausgereizt, sagte Jörg Stath, Händler der Deutschen Bank, dem Tagesspiegel. Besonders in Indien, einem der größten Goldverbraucher, hielten sich die Käufer mittlerweile zurück, weil Gold nicht nur in Dollar, sondern auch in der Landeswährung relativ teuer geworden sei. Der jüngste Anstieg sei auch dem bevorstehenden Weihnachtsgeschäft in Europa zu verdanken. Aber auch die spekulativen Käufe von US-Investmentfonds hätten eine entscheidende Rolle gespielt. Der Herbst sei in aller Regel eine gute Zeit für den Goldmarkt, sagte Staht. Auf mehr als 460 Dollar werde die Notierung aber in diesem Jahr kaum noch steigen können. Die Investmentbank Merrill Lynch erwartet laut einer neuen Studie, dass der Dollar auch im kommenden Jahr weiter gegenüber dem Euro an Wert verlieren wird. Dadurch werde der Goldpreis voraussichtlich bis Mitte 2005 auf 460 bis 470 Dollar steigen.

Langfristig erwartet Staht, dass sich Gold auf dem aktuellen Niveau halten und der Markt nicht einbrechen wird. Es gebe durchaus eine gute Nachfrage. „Gold ist genug da“, sagt Staht.

Die 15 europäischen Zentralbanken haben sich zwar darauf geeinigt, ihre Goldreserven zurückhaltend aufzulösen, dürfen aber bis 2009 insgesamt 2500 Tonnen verkaufen.

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