Wirtschaft : Gontard & Metall-Bank insolvent

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Die Gontard & Metall-Bank hat wie erwartet Insolvenzantrag gestellt. Ein entsprechendes Verfahren wurde am Freitag vom Amtsgericht Frankfurt (Main) auf Antrag der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BAFin) eröffnet. Zum Insolvenzverwalter des Instituts wurde der Rechtsanwalt Klaus Pannen bestellt.

Die Schalter der Bank, die während des Booms am Neuen Markt zu den größten Emissionshäusern zählte, waren bereits in der vergangenen Woche von der Finanzaufsicht für die rund 17 000 Kunden geschlossen worden. Das Institut hatte zuvor eingeräumt, dass mehr als 50 Prozent seines Grundkapitals aufgezehrt seien. Im April hatte die Bank einen Wertberichtigungsbedarf von rund 25 Millionen Euro mitgeteilt. Anschließend kam es zu weiteren Kursrückgängen bei Wertpapieren, die als Sicherheiten für Kredite hinterlegt worden waren. Der Vorsteuerverlust belief sich 2001/2002 auf 44,8 Millionen Euro. Etwa die Hälfte der 220 Mitarbeiter soll entlassen werden. Die Gontard-Aktie notierte am Freitag bei 0,10 Euro um neun Prozent niedriger.

Nach dem Insolvenzantrag und der Feststellung des Entschädigungsfalls durch die BAFin springt nun der Einlagensicherungsfonds (siehe Lexikon) des Bundesverbands deutscher Banken ein, dem das Institut angehört. Vereinbart wurde bereits, dass die Frankfurter Sparkasse den Privatkunden Kontoverbindungen zu den gleichen Konditionen wie bei Gontard anbietet. Unklar ist noch, wer die rund 50 Unternehmen, die Gontard am Kapitalmarkt betreut, übernimmt. Der Börsenmakler Schnigge, der in das Geschäftsfeld einsteigen will, bekundete am Freitag Interesse an "bis zu 20" Firmen.

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