Wirtschaft : Goodwill: Was das Konzept des Goodwill bedeutet

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Weder das englische Wort "Goodwill" (auf deutsch: Wohlwollen) noch der deutsche Terminus "Firmenwert" beschreiben zutreffend, was der Goodwill eigentlich ist. Häufig zahlt ein Konzern bei der Übernahme eines Unternehmens einen höheren Kaufpreis, als der tatsächliche Substanzwert des akquirierten Unternehmens rechtfertigt. Anders ausgedrückt, der Kaufpreis liegt über dem Substanzwert. Letzter ergibt sich, indem man alle Vermögenswerte des Unternehmens, also etwa Immobilien, Maschinen, Lizenzen und Patente, zusammenzählt. Ein Beispiel für den Goodwill: Der Kaufpreis liegt bei 100 Millionen, der Substanzwert bei 30 Millionen. Das ergibt einen Goodwill von 70 Millionen.

Warum ist das Unternehmen so "blöd", einen zu hohen Kaufpreis zu zahlen? Der Konzern ist natürlich nicht dumm, sondern trägt damit möglichen Gewinnsteigerungen in der Zukunft Rechnung. Vergleichbar ist der Goodwill mit der Beurteilung eines Mitarbeiters, den ein Unternehmen nicht nur wegen seiner aktuellen Fertigkeiten, sondern auch wegen seiner Fähigkeiten und seines Entwicklungspotenzials einstellt. Begründet ist der Goodwill nach Angaben von Jörg Pellens, Professor für Internationale Unternehmensrechnung an der Ruhr-Universität Bochum, mit unternehmensinternen und unternehmensexternen Faktoren. Zu ersten zählen gutes Management, neue, Erfolg versprechende Marken, Forschungs- und Entwicklungsleistungen oder kompententen Mitarbeitern. Ein unternehmensexterner Faktor sind etwa die Aussichten in der speziellen Branche und allgemein die Konjunktur.

Den Goodwill gibt es nicht nur in amerikanischen Bilanzierungsvorschriten, sondern auch in deutschen. Nach dem HGB muss der Goodwill über mehrere Jahre hinweg abgeschrieben werden.

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