Google fördert : Ein Wettbewerb für Innovation

Google, Deutsche Bank und Shell wollen das Unternehmertum in Deutschland fördern. In einem Wettbewerb sollen die besten Ideen gefunden werden.

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Zwei Personen, die nur als Schatten zu erkennen sind, stehen in einem dunklen Raum vor einem farbig erleuchteten Ballon. Der Ballon hat die Form einer Ellipse und überragt die Personen bei weitem.
Der Plan klingt verrückt: Google will mit einem Ring aus mehr als tausend Ballons, die in der Stratosphäre um die Welt fliegen,...Foto: AFP

Es ist eine ungewöhnliche Allianz: Der Internetkonzern Google, die Deutsche Bank und der Energiekonzern Shell wollen gemeinsam Innovationen und Unternehmertum in Deutschland fördern. Dazu haben sie mit dem Berliner Gründerzentrum Factory einen Ideenwettbewerb gestartet. „Wo sehen Sie Deutschlands größte Chance, das Klima für Innovationen und unternehmerische Initiative nachhaltig zu verbessern?“, lautet die Frage an alle Interessierten. Jeder kann ab sofort Ideen und konkrete Projekte für Innovationen auf der Plattform www.innovationconsensus.de einstellen. Auf einem zweitägigen Kongress Ende August sollen dann zukunftsträchtige Ideen aus zehn Themengebieten von Bildung bis Infrastruktur herausgearbeitet und dann der Politik präsentiert werden.

Google sucht nach verrückten Ideen

Google-Chefentwickler Wieland Holfelder forderte dazu auf, groß zu denken, auch scheinbar verrückte Ideen seien zulässig, schließlich habe zunächst auch niemand geglaubt, dass eine Landung auf dem Mond möglich sei. Als Beispiel nannte er das gerade von Google gestartete Project Loon, das entlegene Gebiete mit Internetanschlüssen über Funk aus Ballons in 20 Kilometern Flughöhe versorgen soll. „Das klingt absolut verrückt, aber es scheint zu klappen“, sagte Holfelder. „Nach solchen Ideen suchen wir.“ Bei Google darf übrigens jeder Entwickler 20 Prozent seiner Zeit für eigene Projekte verwenden, die nicht von Google vorgeschrieben werden.

Die Gründungstätigkeit geht immer weiter zurück

Deutschland sei zwar das Land der Ingenieure und Tüftler, sagte Harald Eisenach von der Deutschen Bank, jedoch gehe die Gründungstätigkeit immer weiter zurück. Der Bank gehe es darum, die Gründungskultur zu stärken und Impulse für ein innovationsfreundliches Umfeld zu geben. In der wachsenden Energienachfrage sieht Shell eine Herausforderung, die nur gemeinsam mit Partnern zu lösen sei, sagte Shell-Deutschland-Chef Peter Blauwhoff. Dabei sei auch der Blick über den Tellerrand wichtig. Ziel des Berlin Innovation Consensus ist es daher auch, Ideen aus allen Richtungen zusammenzubringen. Die Factory schließlich will der Innovation ein Zuhause geben, einen physischen Ort, wo sich Start-ups und bereits erfolgreiche Unternehmen treffen und voneinander lernen können.

Beim zweitägigen Abschlusskongress tritt dann eine Jury aus 30 Vordenkern, die aus Großunternehmen, Mittelstand, Start-ups, Kultur und Wissenschaft kommen, zusammen. Sie soll dann den eigentlichen „Consensus“ formulieren, also zehn herausragende Chancen für Innovation und Unternehmertum identifizieren und diese Praxisbeispiele dann der Politik übergeben. Dabei betonen die Initiatoren, was am Ende herauskomme, sei völlig offen.

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