Wirtschaft : „Grandioses Weihnachtsgeschäft“

Der Handel freut sich, die Bürger sind in Kauflaune

Glänzende Aussicht.
Glänzende Aussicht.Foto: ZB

Berlin/Frankfurt am Main - Für Weihnachtsgeschenke wollen die Deutschen in diesem Jahr durchschnittlich 245 Euro ausgeben. 93 Prozent der Bürger, also fast jeder, planen den Kauf von Präsenten für Verwandte und Freunde – der Handel kann sich also vermutlich auf Einnahmen von 14 Milliarden Euro freuen – vor allem für Bücher, Bekleidung und Spielwaren. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erstmals unter fast 4200 Personen durchführte. „Wir erwarten ein grandioses Weihnachtsgeschäft“, sagte Stefan Genth, Chef des Handelsverbandes HDE, am Dienstag in Berlin.

„Die Deutschen sind derzeit die Optimisten in Europa“, sagte GfK-Chef Klaus Wübbenhorst in Frankfurt am Main. Die Stimmung der Verbraucher ist gut wie lange nicht. Für den November hob die GfK ihre Berechnungen zum Konsumklima-Indikator von 4,9 auf 5,1 Punkte an. Für Dezember sagen die Marktforscher mit 5,5 Punkten den höchsten Wert seit mehr als drei Jahren voraus. Der sechste Anstieg in Folge gehe zurück auf die bessere Lage auf dem Arbeitsmarkt, die Aussicht auf steigende Einkommen sowie auf stabile Preise. Die einzelnen Komponenten des Konsumklimas – Anschaffungsneigung, Konjunktur- sowie Einkommenserwartung – legten jeweils deutlich zu. „Die Verbraucher sind in vorweihnachtlicher Konsumlaune, die Stimmung hat sich im November noch einmal deutlich verbessert“, befand Wübbenhorst.

Angesichts dessen gehen die 400 000 Einzelhändler von einem Umsatzplus von 2,5 Prozent im November und Dezember aus. Das Weihnachtsgeschäft ist die wichtigste Zeit des Jahres für die Branche, die Unternehmen erzielen in dieser Zeit ein Fünftel ihrer Einnahmen. Durch die Terrorwarnungen sieht der Verband das Geschäft nicht gefährdet. Die Videoüberwachung in vielen Geschäften und Einkaufszentren stufte er als „Pluspunkt“ ein.

Die Binnennachfrage entwickele sich immer mehr zur Stütze der Konjunktur, schlussfolgerten die Konsumexperten der GfK. Die gute Stimmung zum Jahresende biete eine „hervorragende Ausgangsposition“ für ein noch besseres Konsumjahr 2011. Der private Verbrauch, der in diesem Jahr noch um 0,5 zulegen werde, könne dann um mehr als ein Prozent wachsen, prognostizierte Wübbenhorst.

Bereits zwischen Juli und Ende September hatte die Binnenwirtschaft einen stärkeren Teil des Wirtschaftswachstums getragen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag erklärte. Die Behörde bestätigte ihre erste Schätzung, der zufolge die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen ist. „Deutschland hängt nicht mehr allein am Tropf der Weltwirtschaft“, kommentierte Unicredit-Analyst Andreas Rees. Auf Jahressicht liegt die Wachstumsrate bei 3,9 Prozent. „Dem großen Aufschwung-Sommer folgt ein goldener Herbst“, kommentierte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). brö/ro

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben