GRAPHIC NOVEL : Gütesiegel oder Marketing-Begriff?

Der US-Zeichner Will Eisner

revolutionierte in den späten 1970er Jahren das Comic-Genre. In der semi-biografischen Arbeit „Vertrag mit Gott“erzählte Eisner aus dem Leben jüdischer Migranten im New York der 1930er Jahre. Er selbst

bezeichnete sein literarisch anspruchsvolles Werk als „Graphic Novel“, als gezeichneten Roman, um es von den damals gängigen Fortsetzungsheftchen abzugrenzen. Der deutsche Buchhandel übernahm den Begriff und bezeichnet damit Comics, deren Handlung in einem Band abgeschlossen ist. Wie die Gattung Roman ist er allerdings kein Qualitätssiegel. „In den Regalen stehen neben anspruchsvollen Arbeiten à la Eisner auch einfach gestrickte Erzählungen“, sagt eine Sprecherin des Verlags Reprodukt. Häufig fungiere der Begriff als Marketinginstrument. ugo

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