Wirtschaft : Green Card: Auch für ausländische Studenten denkbar

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Die Green Card wird zum festen Bestandteil auf der Computermesse Cebit. Bundeskanzler Gerhard Schröder forderte in der Eröffnungsrede am Mittwochabend, ausländische Studenten aus den Bereichen Maschinenbau oder den Naturwissenschaften sollten "die Möglichkeit haben, in unserem Land zu arbeiten". Über die Beschränkung der Green-Cards auf zurzeit fünf Jahre müsse ebenfalls geredet werden. In seiner letztjährigen Rede hatte Schröder die Green-Card-Initiative gestartet.

Schröder sagte in seiner Rede außerdem, die bisherige Green-Card-Regelung dürfe nur ein "erster Schritt" sein. "Wenn wir den Wettbewerb um die besten Köpfe nicht verlieren wollen, benötigen wir in Deutschland eine Diskussion über eine arbeitsmarktorientierte Zuwanderung." Über eine Erweiterung der Green Card werde entschieden, sobald im Sommer die Ergebnisse der Regierungskommission zur Zuwanderung vorliegen. Schröder verwies auf die derzeitigen Anstrengungen von Staat und Wirtschaft, den bestehenden Mangel an Fachkräften zu beheben. So stellten Bund und Länder zusätzlich 100 Millionen Mark für die Weiterentwicklung der Informatik-Studiengänge zur Verfügung.

Dagegen beklagte der Verein Deutscher Ingenieure ebenfalls am Mittwoch, den deutschen Unternehmen der Informationstechnologie fehlten mittelfristig rund 30 000 akademische Fachkräfte.

Optimistisch äußerte sich Bundeskanzler Schröder über die Wachstumsaussichten der Telekommunikation und der Informationstechnologie. Trotz der einbrechenden Börsenkurse dürfe nicht der Pessimismus die Oberhand gewinnen. Gestützt wurde dies auch durch die Zahlen, die der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (Bitkom) am Mittwochmittag vorlegte. Infolge der Konjunkturschwäche in den USA und der langsameren wirtschaftlichen Entwicklung auch in Europa stünden die in den Bereichen Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) tätigen Unternehmen aber unter Druck, sagte der Bikom-Präsident Volker Jung. Die nachlassende Nachfrage trage auch dazu bei, dass für Personalcomputer und Drucker die Margen bereits abgeschmolzen seien. Günstiger sehe es aber in der Telekommunikation und hier besonders bei den mobilen Technologien und Diensten aus, hieß es weiter. Treibende Kraft für die Firmen der Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) seien Mobilfunk, elektronischer Handel (E-Commerce), der wachsende mobile Geschäftsverkehr (M-Commerce) unddas Internet, sagte Jung. Es gebe keinen Grund zu Pessimismus. Die ITK-Branche bleibe weiter Wachstumsmotor auf hohem Niveau, wenn auch die Rekordzuwächse des Jahres 2000 vorerst nicht mehr erreicht würden.

So verzeichnete der deutsche ITK-Markt nach Bitkom-Angaben im vorigen Jahr ein Plus bei den Umsätzen von 11,1 Prozent auf 241 Milliarden Mark, lag damit allerdings unter dem Gesamtmarkt in Westeuropa, der um 13 Prozent auf 538 Milliarden Euro anzog. Für 2001 erwartet Bitkom in Deutschland nur noch ein Plus von 8,7 Prozent auf 262 Milliarden Mark, das im kommenden Jahr wieder leicht auf 9,6 Prozent Zuwachs steigen soll. Auf dem deutschen Markt lag die Telekommunikation im vergangenen Jahr mit stärkeren Zuwächsen von 12,4 Prozent auf 125 Milliarden Mark klar vor der Informationstechnik, die ihr Volumen um 10,1 Prozent auf 116 Milliarden Mark gesteigert habe.

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