Wirtschaft : Green Card: Ausländische IT-Fachkräfte sind mit Deutschland zufrieden

msh

Die mit einer Green Card nach Deutschland gekommenen IT-Fachkräfte sind mit ihrer Lebens- und Arbeitssituation "überwiegend zufrieden". Das ergab eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Belastet werde die Situation der Green-Card-Inhaber durch die Beschränkung ihres Aufenthalts auf fünf Jahre. "Die Fachkräfte bemängeln, dass die Green-Card-Regelung aufgrund ihrer zeitlichen Befristung keine Chancen zur Planung der beruflichen Zukunft bietet", sagte Reinhold Weiß, IW-Bildungsexperte, bei der Vorstellung der Studie am Mittwoch in Berlin. Nach Ansicht des IW ist es notwendig, eine "generelle Regelung für eine arbeitsmarktorientierte Zuwanderung" zu finden.

Seit einem Jahr können ausländische IT-Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland kommen, um hier für fünf Jahre zu arbeiten. Bis Ende Juli wurden nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit 8820 Green Cards ausgestellt. Nur 183 Anträge wurden abgelehnt. Das Interesse an der Green Card ist ungebrochen hoch. Die Bundesanstalt bearbeitete in den vergangenen zwölf Monaten 48 000 Anfragen.

Das IW befragte in der vom Bundesbildungsministerium in Auftrag gegebenen Untersuchung 17 überwiegend mittelständische Unternehmen. Bei der Auswahl der IT-Eperten kam es den Betrieben vor allem auf die Fachkompetenz der Bewerber an. Und statt deutscher Sprachkenntnisse war den Firmen wichtiger, dass die Interessenten Englisch beherrschen. Die ausländischen IT-Fachkräfte, die überwiegend aus Indien und der ehemaligen Sowjetunion kommen, nannten als Hauptgründe für ihren Umzug interessantere Arbeitsinhalte und bessere Karrierechancen. Ein höheres Gehalt spiele nur eine untergeordnete Rolle. Die Betriebe kritisierten, dass die Erteilung einer Arbeitserlaubnis - trotz Erleichterungen - für die Green-Card-Besitzer immer noch mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden ist. Die Einarbeitung und Integration der IT-Experten verlaufe dagegen problemlos.

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