Wirtschaft : Greenpeace fordert höhere Fleischpreise

Berlin - Die Umweltorganisation Greenpeace macht sich für eine Senkung des Fleischkonsums in Deutschland stark – und fordert dazu eine Anhebung der Mehrwertsteuer auf Fleischprodukte. „Der hohe Fleischkonsum der Deutschen mit seinen Klima- und Umweltschäden könnte sinken, wenn Fleischprodukte nicht weiter über den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent subventioniert würden“, heißt es in einer Greenpeace-Mitteilung vom Sonntag.

Würde stattdessen auf Fleischprodukte der volle Satz von 19 Prozent erhoben, würde demnach der Pro-Kopf-Verbrauch um dreieinhalb Kilo Schweinefleisch, ein Kilo Geflügel und ein halbes Kilo Rindfleisch sinken. „Umgerechnet bedeutet das etwa 60 Millionen weniger geschlachtete Hühner, etwa 3,8 Millionen weniger getötete Schweine und 180 000 weniger Rinder“, rechnet Greenpeace vor. „Statt Fleisch zu Spottpreisen zu verkaufen, sollte weniger und besseres Fleisch mit geringeren Umweltkosten produziert werden“, sagte Greenpeace- Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter der Mitteilung zufolge. Vor allem Billigfleisch aus Intensivtierhaltung verursache gewaltige ökologische Folgekosten. Außerdem äßen die Deutschen im Durchschnitt mehr als doppelt so viel Fleisch wie von Gesundheitsorganisationen empfohlen.

Die Handelsunternehmen Aldi und Norma hatten am Samstag die Preise für frisches Fleisch in ihrem Sortiment um drei bis neun Prozent gesenkt und damit eine Preissenkungsrunde im Handel eingeläutet. dpa

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