Wirtschaft : Griechenland setzt auf Wind und Sonne Athen will Milliarden in Erneuerbare investieren

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Athen - Tina Birbili, Griechenlands Ministerin für Umwelt, Energie und Klimawandel, hat ehrgeizige Ziele. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll die Braunkohle als wichtigster Energieträger des Landes durch erneuerbare Energien abgelöst werden. Doch das kostet Milliarden. Aktuell verfügt Griechenland bei den alternativen Energieträgern über eine installierte Kapazität von 4500 Megawatt. Bis 2020 sollen es rund 15000 Megawatt sein. Im künftigen Energiemix wird vor allem Windenergie eine größere Rolle spielen.

Windkraftanlagen, die heute in Griechenland erst rund 1000 Megawatt liefern, sollen Ende des Jahrzehnts 7500 Megawatt beitragen. Bei den Photovoltaik-Anlagen soll die Kapazität bis zum Ende des Jahrzehnts von 184 auf 2600 Megawatt gesteigert werden. Die bisher in Griechenland gar nicht genutzte Geothermie soll in zehn Jahren 120 Megawatt Strom liefern.

Von der stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien verspricht sich Ministerin Birbili eine spürbare Reduzierung der CO2-Emissionen bei der Elektrizitätsgewinnung. Sie sollen bis 2020 um ein Fünftel zurückgehen. Besonders umweltbelastend ist die Stromerzeugung mit Braunkohle. Während heute noch in Griechenland Braunkohlekraftwerke mit einer installierten Kapazität von 4800 Megawatt am Netz sind, soll ihr Anteil bis 2030 auf 2300 Megawatt zurückgehen.

Fachleute bezeichnen die Pläne des Ministeriums als ambitioniert, erfordern sie doch Investitionen von rund 16 Milliarden Euro. Angesichts der leeren Staatskassen muss diese Summe wohl vor allem von privaten Investoren aufgebracht werden. Und selbst wenn das Geld fließt: Um die Ziele zu erreichen, müsste Griechenland bis 2020 jedes Jahr rund 1500 Megawatt erneuerbarer Energiequellen zusätzlich erschließen. Im vergangenen Jahr wurden allerdings nur 118 Megawatt neu installiert. Ein Grund für den zögerlichen Ausbau der erneuerbaren Energien sind bürokratische Hürden.Gerd Höhler

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