Griechenlandkrise : Die Rezession ist zurück

Die griechische Wirtschaft hatte sich nach den katastrophalen Jahren 2014 gefangen. Nun drücken die Unsicherheiten der Verhandlungen in Brüssel auf die Wirtschaftsentwicklungen: Erneut schrumpft Griechenlands Wirtschaft.

Kopflos in der Krise: Das undurchsichtige Verhandeln der griechischen Regierung mit der EU-Kommission verunsichert die griechischen Unternehmer.
Kopflos in der Krise: Das undurchsichtige Verhandeln der griechischen Regierung mit der EU-Kommission verunsichert die...Foto: dpa

Die Hängepartie im Schuldenstreit hat die griechische Wirtschaft wieder in die Rezession gedrückt. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte von Januar bis März um 0,2 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt am Mittwoch in Athen mitteilte. Ende 2014 war die Wirtschaftsleistung sogar um 0,4 Prozent gefallen. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Ökonomen von einer Rezession.

Griechenlands Wachstumsprogrnose 2015: statt 2,5 Prozent nur noch 0,5 Prozent

“Die Stimmung in den Unternehmen hat sich verschlechtert, da die Verhandlungen zwischen der Regierung und den internationalen Geldgebern immer noch kein Ende gefunden haben“, sagte Ökonom Nikos Maggina von der National Bank of Greece. Damit bleibt die Gefahr einer Staatspleite und eines Euro-Abschieds akut, weshalb sich Unternehmen aus Verunsicherung mit Investitionen zurückhalten. Griechenland war 2014 nach jahrelanger Krise erstmals gewachsen: Das Bruttoinlandsprodukte kletterte um 0,8 Prozent. Der anhaltende Schuldenstreit untergräbt die Gesundung. Die EU-Kommission erwartet für dieses Jahr nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,5 statt wie bislang 2,5 Prozent.
Griechenland droht in den nächsten Wochen das Geld auszugehen. Die Auszahlung weiterer 7,2 Milliarden Euro aus dem laufenden Hilfsprogramms ist von einer Einigung der Athener Regierung mit den Euro-Partnern über den Reformkurs abhängig. Deswegen hatte die griechische Regierung die Kommunen verpflichtet, ihre Reserven an die Zentralbank in Athen zu überweisen.
Dieser Plan scheint jedoch nicht aufzugehen. Lediglich zwei der 325 Bürgermeister stellten der Regierung wie gefordert überschüssige Gelder zur Verfügung, sagte der Chef der Gewerkschaft der Stadtverwaltungen (KEDE), Giorgos Patoulis.

Mit Taschenspielertricks durch die Krise?

Sie befürchteten, die Mittel nicht zurückzubekommen. Bislang hat die Regierung bei verschiedenen staatlichen Ebenen rund 600 Millionen Euro zur Finanzierung der laufenden Verpflichtungen eingetrieben. Die Regierung hatte jedoch auf 2,5 Milliarden Euro gehofft. Erst kürzlich hatte sie zur Rückzahlung eines Kredits des Internationalen Währungsfonds in die Trickkiste gegriffen und Regierungskreisen zufolge einen Großteil des Geldes von einem eigenen IWF-Konto abgezogen. Das Konto muss demnach aber in einigen Wochen wieder aufgefüllt werden.

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