GRILLGERÄTE IM TEST Wackelige Angelegenheiten : Besser ohne Glut

Kohle, Elektro oder Gas? Womit das Würstchen am besten gart, zeigt ein Test von 21 Modellen

Kathrin Drehkopf

Es muss ja nicht gleich gegrilltes Eis im Backmantel oder gefüllte Kalbswurst im Parmesanmantel sein. Mit diesen exotischen Kreationen hat das Team von Peter Dölker aus Tübingen Ende Mai den Titel der deutschen Grillmeisterschaft geholt. Der Otto-Normal-Griller dagegen bevorzugt lieber Essbares ohne viel Chi-Chi. Bei ihm landen Grillwürstchen oder ein saftiges Schweinesteak auf dem Rost, für Vegetarier die Variante aus Tofu. Doch was gart am Besten : Holzkohlegrill, Gas- oder Elektrobrenner?

Das hat die Stiftung Warentest bei 21 Grills untersucht. Das Ergebnis: Mit fünf „guten“ Geräten liegen Elektrogrills vorn. Testsieger ist der „WIK Twin Top Smart“, der mit einem Preis von 60 Euro zu den günstigeren Geräten gehört. Richtig teuer ist dagegen der einzig „gute“ Gasgrill „Weber Q 200 Premium“: Er kostet 400 Euro. Die acht getesteten Kohlegrills schnitten bestenfalls mit einem „befriedigend“ ab. Der Kohlegrill „Landmann 0630“ gefiel den Testern am wenigsten, weil er nicht nur unregelmäßig bräunt, sondern auch noch wackelt und rostet. Deshalb nur ein „ausreichendes“ Urteil.

Grundsätzlich haben Elektrogrills gegenüber Holzkohlebrennern den Vorteil, dass man nicht ewig warten und Luft fächeln muss, bis die richtige Temperatur erreicht ist. Die Geräte von Rommelsbacher und Schaub-Lorenz werden allerdings so heiß, dass Würstchen und Steaks schnell verbrennen und der Grillmeister im Qualm steht.

Der Grillspaß könnte dann gefährlich werden, wenn die Geräte bei einem Stoß leicht kippen – wenn etwa Kinder in der Nähe toben oder ein Gast stolpert, der bei der Grillparty zu tief ins Glas geschaut hat. Vier Grills kippten bei einem Schubs der Tester um, darunter der Kugelgrill „Weber Smokey Joe“, der „Landmann-Rundgrill“, der „Thüros Tramp“ sowie der Elektrogrill „Tefal Easy Grill ’n Pack“. Aber auch wegen einer komplizierten Handhabung kann man sich leicht verbrennen. Beim „Landmann Säulengrill“ (baugleiches Modell wie „Top Craft“ von Aldi/Nord) sind die Halterungen für den Rost zum Beispiel im dünnen Windschutzblech integriert. Wer den Rost eine Stufe höher einhängen will, braucht viel Balancegeschick, um sich die Finger nicht zu verbrennen.

Ist die Grillsaison vorbei, überwintert der Bräter oft in der Garage oder im Keller. Dort ist die Luft feucht und die Geräte fangen leicht an zu rosten. Besonders stark rosteten „Campingaz RBS Classis“ und der „Thüros Tramp“.

Für Fans von Holzkohlegrills gilt generell Vorsicht beim Anzünden. Dazu sollte man nur DIN-geprüfte, feste Anzündhilfen benutzen. Brandbeschleuniger wie Brennspiritus, Benzin oder Terpentin sind gefährlich und können Stichflammen auslösen. Gelartige Anzünder können sich auf Kohle, die von der Sonne aufgeheizt ist, verflüssigen. Damit entsteht schnell ein explosives Gemisch. Auch wer für eine leckere Grillkruste das Fleisch gerne mit Bier ablöscht, sollte das lieber bleiben lassen: In der Kruste stecken Benzyprene, die krebserregend sind. Dann lieber doch Würstchen im Parmesanmantel.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben