Wirtschaft : Grillkohle

Massenware ist billiger geworden, Premium-Kohle nicht

Sabine Hölper

PREIS DER WOCHE

Ob das gegrillte Steak so richtig saftig und zart schmeckt, hängt nicht nur von der Wahl des Fleisches ab, sondern auch von der verwendeten Grillkohle. „Je höher die Qualität, desto besser das Grillergebnis“, sagt Kurst Schlieper, Geschäftsführer des deutschen Grillverbandes. Deshalb rät er zum Kauf der Premium-Grillkohle. Die gibt es allerdings nur in ausgewählten Geschäften, zum Beispiel in den Supermärkten der Rewe- Gruppe. Außerdem muss man dafür recht tief in die Tasche greifen: 4,79 Euro kostet der Drei-Kilogramm-Sack etwa bei Minimal. Wem das zu teuer ist, der kann sich in Baumärkten oder Möbelhäusern eindecken. Für 2,59 Euro bietet Toom drei Kilogramm an, für 1,90 Euro Möbel Walter. Am günstigsten ist die Kohle bei den Discountern. Sowohl Aldi als auch Plus verscherbeln das Drei-Kilogramm-Paket zu 1,49 Euro.

Die gute Nachricht: Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Preise nicht verändert. Die schlechte: „Im Laufe der Saison, spätestens aber im nächsten Jahr wird Grillkohle teurer“, schätzt Schlieper. Das hänge mit der Einführung der Lkw-Maut zusammen. Es gelte als ausgemacht, dass sich die erhöhten Frachtkosten auf den Endpreis auswirkten.

Allerdings haben Aldi und Co. da noch nicht das letzte Wort gesprochen. Denn die Höhe des Preises für Grillkohle wird maßgeblich vom Handel bestimmt. Die preisaggressiven Discounter bieten die Ware natürlich zu Kampfpreisen an, während Tankstellen ihre exponierte Stellung ausnutzen und für vergleichbare Produkte gut das Doppelte verlangen. Die Supermärkte allerdings beugen sich dem Preisdruck der Konkurrenz. Kaiser´s Tengelmann beispielsweise senkte in diesem Jahr den Preis von 2,55 Euro auf 2,49 Euro. Während die Ware in den Regalen der Discounter ausschließlich Importware ist, wird die Premium-Grillkohle zu 4,99 Euro in Deutschland produziert, und zwar industriell. Dieses Herstellungsverfahren hat gegenüber dem Meilerverfahren den Vorteil, dass dem Holz Schadstoffe wie Harz und Teer entzogen werden. Allerdings gibt es hier zu Lande nur einen nennenswerten Hersteller industriell gefertigter Grillkohle: die Firma Chemviron Carbon aus Bodenfelde.

Traditionelle Hersteller wie die kleine erzgebirgische Köhlerei Marggraf in Sosa müssen sich bei der Produktion auf das Fingerspitzengefühl des Köhlers verlassen. Daher ist die im Meilerverfahren gefertigte Kohle „ein Zufallsprodukt“, so Schlieper. „Wenn man Pech hat, sind die Stücke so klein, dass sie durch den Rost fallen.“ Foto: Zentralbild

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