Wirtschaft : Größerer Gewinn mit weniger Mitarbeitern - Konzentration auf "Life Sciences" (Kommentar)

Rolf Obertreis

Hoechst-Chef Jürgen Dormann mag sich für einen Moment zurücklehnen. Die Zahlen seines Konzerns für das dritte Quartal und für die ersten neun Monate des Jahres wird er als Beleg dafür ansehen, dass seine Strategie richtig ist, den Schwerpunkt der Geschäfte auf den Pharmabereich, auf Landwirtschaft und Tiergesundheit zu legen - auf die "Life Sciences" also. Besonders im Pharmageschäft hat Hoechst gut verdient. Wenn das Traditionsunternehmen jetzt noch mit Rhône-Poulenc zur Aventis fusioniert, sollten die Geschäfte noch besser laufen, sollte der Gewinn noch höher ausfallen. Das gilt auch für das zweite Standbein: Agrevo steht zwar lange nicht so glänzend da wie die Pharmasparte, aber besser als viele Wettbewerber. Die restlichen Chemiebereiche, die Hoechst noch abstoßen wird, machen dagegen wenig Freude. So wie es Dormann vorausgesagt hat. Auch wenn Aventis noch vor seinem Start durch die jüngste Mammutfusion in den USA schon wieder vom ersten Platz der Branche verdrängt wird, sind die Vorzeichen für lukrative Geschäfte also nicht schlecht. Trotz der weit verbreiteten Skepsis. Hoechst jedenfalls gibt auch mit den jüngsten Zahlen eine gute Vorlage. Allerdings gilt auch: Dem Arbeitsmarkt wird der neue Pharmariese erst auf mittlere Sicht gut tun. Auch dies belegt die jüngste Zwischenbilanz von Hoechst. Die Gewinne steigen nicht nur wegen hervorragender Pharmaprodukte, sondern auch, weil bei Forschung und Herstellung immer weniger Mitarbeiter gebraucht werden. Bei Hoechst waren es Ende September schon wieder 3000 weniger als vor einem Jahr. Den Beweis, dass der Pharmabereich auch neue Jobs schafft, muss Dormann mit der neuen Aventis erst noch antreten.

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