Wirtschaft : Größte Krankenkasse erhöht die Beiträge Barmer: Umfang unklar / Kompromiss bei Eigenbeteiligung

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Berlin (brö). Auch die größte gesetzliche Krankenkasse wird ihre Beiträge zum 1. Januar erhöhen. Die Barmer Ersatzkasse kündigte am Mittwoch in Berlin einen Anstieg ihres derzeitigen Satzes von 14,5 Prozent an. Trotz des rotgrünen Sparpakets sei „eine gewisse Beitragssatzanhebung unumgänglich“, sagte Barmer-Vorstandschef Eckart Fiedler in Berlin. Zur Höhe wollte er sich nicht äußern. „Ich gehe von einer moderaten Korrektur aus. Barmer-Chef Fiedler sagte, die geplante Erhöhung sei die Folge von „dramatischen Ausgabensteigerungen bei Arzneimitteln“. Im vergangenen Jahr seien die Kosten der Barmer um 14,2 Prozent und dieses Jahr nochmals um 7,1 Prozent gestiegen.

Am Dienstag hatte bereits das zweitgrößte Institut, die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK), eine Erhöhung von 14,5 auf 15,2 Prozent angekündigt. Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) Hannover zog am Mittwoch nach: Sie hebt ihren Beitrag von 14,5 auf 14,8 Prozent an. Auch viele andere Kassen wollen ihre Beiträge zu Jahresbeginn erhöhen, der Maximalbeitrag wird 2003 bei 15,5 Prozent liegen.  Noch haben nicht alle Kassen ihren Beitragssatz für Januar beschlossen, und die Aufsichtsämter noch nicht über alle Erhöhungsanträge entschieden. Dagegen werden nur noch zwei Kassen einen Satz von 11,9 Prozent anbieten – die BKK Essanelle in Düsseldorf sowie die Taunus BKK im hessischen Aarbergen.

Unterdessen haben sich die Techniker Krankenkasse (TK) und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) auf einen Kompromiss im Streit um den TK-Selbstbehalts-Tarif geeinigt. Demnach dürfen an dem Modell nur freiwillig Versicherte teilnehmen, erklärte die TK am Mittwoch in Hamburg. Der Monatsverdienst muss also über 3825 Euro liegen. Wer neu in die TK wechsele, müsse außerdem zwölf statt bisher geplant sechs Monate warten, bevor er von dem Bonustarif profitieren könne. Details müssten noch mit dem Bundesversicherungsamt geklärt werden. Ministerin Schmidt hatte das Modell zuvor als unsolidarisch kritisiert, weil es dem System Geld entziehe. Die Privatversicherer kritisierten, dass durch das Modell freiwillig Versicherte vom Wechsel in die privaten Kassen abgehalten werden sollen.

Die Kompromisslösung schließt nach TK-Rechnung mehr als 60 Prozent ihrer Versicherten von dem Tarif aus, weil deren Einkommen unterhalb der Einkommensgrenze liegt. Das BVA kündigte an, das neue TK-Tarifmodell unter den veränderten Voraussetzungen erneut zu prüfen. Der Start des Modellversuchs wird sich laut TK deshalb voraussichtlich verzögern und nicht wie geplant am 1. Januar 2003 beginnen.

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