Wirtschaft : Größte Sparkasse Europas wird zweitgrößter Aktionär bei der Deutschen Bank

Europas größte Sparkassen-Gruppe, die spanische La Caixa, hat 2,6 Prozent der Aktien der Deutschen Bank erworben. La Caixa, Barcelona, wurde nach spanischen Presseberichten vom Dienstag damit zweitwichtigster Aktionär der Deutschen Bank AG, Frankfurt (Main), nach dem Versicherungskonzern Allianz, dessen Anteile bei knapp unter fünf Prozent liegen. La Caixa investierte in den Erwerb der Anteile etwa 150 Milliarden Pesetas (knapp zwei Milliarden Mark). Das Unternehmen kündigte an, es plane, seine Beteiligung in nächster Zeit bis auf drei Prozent zu erhöhen. Für La Caixa, die sich bislang fast nur auf Spanien konzentriert hatte, bedeutet der Einstieg bei der Deutschen Bank den Sprung auf den zentraleuropäischen Markt. Sie kündigte aber an, keinen Sitz im Aufsichtsrat beanspruchen zu wollen. In Bankenkreisen hieß es, dass für die Deutsche Bank das Engagement von La Caixa strategisch nicht von Bedeutung sei. Das spanische Institut habe flüssiges Kapital und sei schon seit längerem dabei, bei mehreren Finanzinstituten in Europa kleinere Beteiligungen zu erwerben. Die Deutsche Bank, mit einer Bilanzsumme von rund 1,6 Billionen Mark das größte Kreditinstitut der Welt, erklärte: "Wir begrüßen das Investment der Caixa und sehen die Beteiligung mit großem Wohlwollen."

Die Gruppe La Caixa unterhält in Spanien 4200 Zweigstellen und hat über 20 000 Mitarbeiter. Bis vor kurzem hatte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Juan Antonio Samaranch, an der Spitze der Sparkasse gestanden. Er verzichtete aber im Januar auf dem Höhepunkt des Korruptionsskandals im IOC auf seine Wiederwahl zum Präsidenten der Sparkasse. La Caixa verfügt über Aktiva von rund elf Billionen Pesetas (131 Milliarden Mark). Sie ist in Spanien unter anderem am Telefon-Riesen Telefonica, dem Mineralölkonzern Repsol und am Stromversorger Endesa beteiligt. Sie begründete ihr Engagement bei der Deutschen Bank mit dem "hohen Wachstumspotenzial" des deutschen Instituts.

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