Wirtschaft : Größter Umtausch in der deutschen Aktiengeschichte

FRANKFURT (MAIN)/STUTTGART (AFP).Daimler-Benz startet am Donnerstag die größte Umtauschaktion der deutschen Aktiengeschichte.Die rund 800 000 Anleger können dann bis zum 23.Oktober ihre Papiere in die neuen Daimler-Chrysler-Aktien wechseln, wie die Deutsche Bank am Montag in Frankfurt (Main) mitteilte.Bei der Aktion müssen mindestens 75 Prozent der alten Daimler-Papiere umgetauscht werden, sonst kann die Fusion zum drittgrößten Autokonzern der Welt noch platzen.Die Stuttgarter wollen von dieser Woche an mit einer groß angelegten Kampagne für den Tausch werben.Daimler strebt eine Quote von 90 Prozent an, weil dies das steuerlich günstigste für die beiden Unternehmen wäre.Liegt die Rate darunter, wird der Zusammenschluß deutlich teurer.Tauschen jedoch weniger als 75 Prozent, wollen die Firmen die Fusion sogar platzen lassen, weil sie dann als Kauf gelten würde und zu hohe Abgaben fällig würden.Anders als bei der Hauptversammlung, wo sie das Depotstimmrecht ausüben, können die Banken beim Umtausch nicht für komfortable Mehrheiten sorgen.Vertreter der Kleinanleger warnten bereits vor einem raschen Umtausch.

Manchem Börsianer kann die Fusion teuer kommen, weil Privataktionäre Kursgewinne aus dem Umtausch als Spekulationsgewinn versteuern müssen, wenn sie die Daimler-Aktien innerhalb von sechs Monaten vor dem Tausch gekauft haben.Die Autobauer befürchten, daß einige Anleger den Wechsel in neue Papiere verweigern, weil dann nach Expertenangaben die Spekulationssteuer völlig entfällt.Kommt der Zusammenschluß zustande, werden aber auch diese Aktien auf das neue Unternehmen verschmolzen.

Um den auf vier Wochen angelegten Umtausch von Daimler-Benz-Aktien zu bewältigen, richtet die Deutsche Bank nach eigenen Angaben Sonderschalter in 21 Werken des Stuttgarter Konzerns ein.Bei Daimler gibt es rund 170 000 Belegschaftsaktionäre.Die bisherigen Daimler-Aktionäre hatten am späten Freitag abend in Stuttgart mit 99,89 Prozent für den Zusammenschluß mit Chrysler gestimmt, bei den Chrysler-Aktionären erreichte die Zustimmung 97,5 Prozent.Damit die Fusion wirksam wird, müssen mindestens 75 Prozent der Daimler-Benz-Aktien und mindestens 50 Prozent der Chrysler-Anteile in Aktien des neuen Unternehmens umgetauscht werden.

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