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Größter Verlust seit 20 Jahren : BP und ExxonMobil tief in den roten Zahlen

Die Ölkonzerne BP und ExxonMobil kämpfen mit heftigen Gewinneinbrüchen. Wegen dem Ölpreis-Verfall steht die gesamte Branche vor einem Umbruch.

BP machte mit einem Minus von 6,5 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr den größten Verlust seit 20 Jahren.
BP machte mit einem Minus von 6,5 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr den größten Verlust seit 20 Jahren.Foto: REUTERS

Der rasante Ölpreis-Verfall hat BP 2015 tief in die roten Zahlen gerissen. Mit 6,5 Milliarden Dollar stand der höchste Verlust seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Bilanz, wie der britische Konzern am Dienstag mitteilte. Selbst 2010, als BP erste Belastungen aus der verheerenden Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko verbuchte, war das Ergebnis nicht so schlecht.

Die Aktien des Konzerns büßten daraufhin in London fast acht Prozent ein. Das Management will nun den Stellenabbau ausweiten.

Ölpreis im freien Fall

Der Ölpreis ist vergangenes Jahr wegen des weltweiten Überangebots um rund ein Drittel eingebrochen. Seit Mitte 2014 beträgt das Minus sogar 70 Prozent. Die großen Konzerne senken deswegen massiv ihre Kosten, indem sie Stellen streichen und Investitionen kürzen. BP kündigte in diesem Zusammenhang an, im Raffineriegeschäft - also der Weiterverarbeitung von Öl - 3000 Jobs bis Ende 2017 abzubauen.

4000 Stellen sollen zudem in der Öl- und Gasförderung wegfallen, wie bereits bekannt war. Zusammen sind das fast neun Prozent der Belegschaft.

BP-Chef Bob Dudley sagte, der Konzern müsse sich rasch dem veränderten Marktumfeld anpassen. Allein im vierten Quartal summierten sich die Wertberichtigungen wegen der niedrigeren Ölpreise auf 2,6 Milliarden Dollar.

Der Konkurrenz geht es nicht besser

Chevron - die Nummer zwei in den USA - hatte zuletzt den ersten Quartalsverlust seit mehr als 13 Jahren ausgewiesen. Die niedrigen Ölpreise haben dem US-Branchenprimus ExxonMobil erneut einen heftigen Gewinneinbruch eingebrockt.

Im vierten Quartal stürzte der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 58 Prozent von 6,6 auf 2,8 Milliarden Dollar (2,5 Mrd Euro) ein, wie der am Börsenwert gemessen weltgrößte Ölkonzern am Dienstag mitteilte. Der Umsatz fiel um fast ein Drittel auf 59,8 Milliarden Dollar.

Obwohl das Unternehmen die Produktion von Öl und Gas zum Vorjahr deutlich steigerte, nahm es wegen des massiven Preisrückgangs bei Rohöl viel weniger Geld ein. Vorstandschef Rex Tillerson hat die Ausgaben bereits deutlich gekürzt und kündigte eine strikte Kostenkontrolle an. Die Exxon-Aktie fiel vorbörslich um 1,6 Prozent, obwohl die Ergebnisse besser als erwartet ausfielen.

Investitionen werden gedrosselt

Analysten zufolge werden die Investitionen der Branchengrößen 2016 auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren fallen - auf dann 522 Milliarden Dollar. 2015 wurden sie um 22 Prozent auf jetzt 595 Milliarden Dollar gekürzt. Es wäre das erste Mal seit 1986, dass die Branche in zwei aufeinanderfolgenden Jahren ihre Investitionen drosselt.

Bei BP summierten sie sich 2015 auf 18,7 Milliarden Dollar. Ursprünglich war mit 24 bis 26 Milliarden Dollar geplant gewesen. 2016 sollen die Investitionen am unteren Ende der prognostizierten Spanne von 17 bis 19 Milliarden Dollar liegen. (dam, dpa)

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