Wirtschaft : Großaktionär drängt Demag zur Übernahme Mehrere Interessenten für deutschen Kranbauer

Düsseldorf/Washington - Der finnische Kranhersteller Konecranes bereitet sich auf neue Übernahmegespräche mit dem Konkurrenten Demag Cranes vor. Es sei absehbar, dass sich die Führung des Düsseldorfer Kranbauers Demag nicht den Verhandlungen entziehen könne, verlautete am Wochenende aus dem Umfeld der Konzerne. Grund sei der massive Kursanstieg. In der vergangenen Woche verteuerte sich die Demag-Aktie wegen der Übernahmespekulationen um rund ein Drittel auf 37,35 Euro.

Der Großaktionär Cevian Capital will den Kreisen zufolge das Demag-Management drängen, sich zumindest die Vorstellungen des Rivalen anzuhören. Bislang lehnen Vorstand und Aufsichtsrats des Kranbauers dies ab. Cevian war im Mai bei Demag Cranes eingestiegen und kontrolliert nach letzten Angaben zehn Prozent. Die Beteiligung wollte die Gesellschaft aufstocken.

Konecranes hatte am 8. September bei Demag Cranes angeklopft, um die Möglichkeiten einer Fusion zu erörtern. Dies lehnte das deutsche Unternehmen aber ab. Demag Cranes verfolgt eine eigene Wachstumsstrategie und setzt dabei ebenfalls auf Akquisitionen, wie der Konzern in einer Stellungnahme betonte. Im Fokus stehen dabei die schnell wachsenden Schwellenländer China, Indien und Brasilien. Mit einem Jahresumsatz von 1,7 Milliarden Euro ist Konecranes fast doppelt so groß wie Demag Cranes, aber deutlich kleiner als Wettbewerber aus Nordamerika.

Das Interesse der Skandinavier hat auch andere Unternehmen angelockt. In den kommenden Wochen werde ein Angebot für Demag Cranes vom amerikanischen Unternehmen Terex Cranes erwartet, hieß es in Finanzkreisen. Die Amerikaner seien durch den Vorstoß von Konecranes auf die Deutschen aufmerksam geworden. mur/rob (HB)

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