Wirtschaft : Großaktionär verlässt WCM

Banken wollen Anteil von Multimillionär Ehlerding kaufen

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Hamburg (lip/hz/HB). Der bevorstehende Rückzug des Großaktionärs Karl Ehlerding belastet die Frankfurter WCM AG. Gestern sackte der Kurs der Beteiligungs- und Immobiliengesellschaft zeitweise um mehr als 14 Prozent ab. Damit hat das Unternehmen, das zu den 100 größten deutschen Börsenwerten gehört und im M-Dax notiert, binnen zwölf Monaten 70 Prozent an Wert verloren.

Dem finanziell schwer angeschlagenen Ehlerding droht die Kontrolle über den Löwenanteil seiner WCM-Beteiligung zu verlieren. Ehlerding gilt als Deutschlands aggressivster Firmenhändler, der mit Übernahmen ein Vermögen verdient hat. Mittlerweile soll er allerdings einen Schuldenberg von rund 500 Millionen Euro angehäuft haben. Vor allem der Kauf eines 5,5-Prozent-Pakets an der Commerzbank brachte ihn in Schwierigkeiten. Fünf Gläubigerbanken wollen sich den Zugriff auf die 36 Prozent an WCM sichern, die Ehlerding und seine Ehefrau halten. Der Familie blieben lediglich neun Prozent, die Ehlerdings Kinder halten.

Offenbar stehen die Gläubigerbanken kurz vor einer Einigung. Eine für Montag angesetzte Pressekonferenz wurde aber wieder abgesagt, da sich die Banken noch über den Preis für das Paket einigen müssen. Die Institute wollen sich heute noch einmal mit dem Thema auseinander setzen. WCM-Chef Roland Flach betonte, ein Ausstieg Ehlerdings werde die Lage des Unternehmens nicht beeinträchtigen. Nach Einschätzung von Analysten könnte eine schnelle Einigung zwischen Großaktionär und Banken den Kurs der Gesellschaft beruhigen.

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