Wirtschaft : Großbanken bieten Kunden

Geldautomaten kostenlos an Kartellamt muß Pool noch zustimmen / Sparkassen bleiben hart BERLIN (olm).Die Kunden der Deutschen Bank, Dresdner Bank, der Commerzbank, Bayerischen Vereinsbank, Hypobank und der jeweiligen Direktbanken sollen künftig sämtliche Geldautomaten dieser Institute zum Nulltarif nutzen können.Das sieht ein entsprechender Kooperationsvertrag vor, der jetzt unterzeichnet wurde und dem Bundeskartellamt zur Genehmigung vorliegt.Billigen die Wettbewerbshüter die gewollte Pool-Bildung der privaten Geldhäuser, wäre der Bezug von Bargeld an bundesweit 6000 Geräten für die eigene Kundschaft kostenlos.Fremdkunden hingegen werden weiterhin vier DM in Rechnung gestellt.Der Vorstoß der Privaten wird als Antwort auf das Verhalten einiger Sparkassen gewertet, vor allem die zu den Großkonzernen gehörenden Direktbanken zur Kasse zu bitten, die über kein eigenes Automatennetz verfügen.Wie der Präsident des Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Rainer Voigt, dazu am Montag in Berlin erklärte, gäbe es die ganze Diskussion nicht, wenn alle Institute die gleiche Anzahl von Terminals installiert hätten oder noch installieren würden.Voigt wies darauf hin, daß man vor allem auch in den ländlichen Gebieten für eine flächendeckende Infrastruktur gesorgt hätte.Solange sich die anderen Institute nicht an den Kosten beteiligten, werde es bei der eingeführten Gebührenordnung bleiben.Die ostdeutschen Sparkassen stellen für Bargeldbezug an ihren Automaten durch Kunden anderer Institute Einzelbeträge von sieben DM und mehr in Rechnung.Allein die Zahl der Automaten, so Voigt, sei ein Hinweis auf die eigenen Belastungen.Während die Sparkassen mehr als 3000 Geldautomaten im Osten installiert haben, bringt es die Deutsche Bank auf nur 1800 in ganz Deutschland.Das Problem der Unterversorgung anderer Institute im Osten zeige sich nicht in den großen Städten.Hier engagierten sich alle deutlich.Klar werde der Unterschied erst auf dem flachen Lande.Die Aufstellung eines einzigen Automaten koste die Sparkassen rund 100 000 DM.Erst bei 200 000 Abhebungen pro Automat im Monat wäre eine Kostendeckung erreicht.Diese hohe Auslastung sei aber in den schwach besiedelten ländlichen Regionen nicht denkbar.Die Folgekosten für jeden Apparat liegen nach einer Berechnung der Sparkassen bei etwa 20 Prozent der Anschaffungskosten.Vor diesem Hintergrund sollen sich die fremden Banken auch künftig an den hohen Kosten beteiligen.

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