Großbanken : Verkauf der Postbank soll bald entschieden sein

Auch drei europäische Großbanken haben Interesse an der Postbank. Trotzdem wird die Marke bleiben, glaubt Bankchef Wolfgang Klein.

Wolfgang Klein
Wolfgang Klein. -Foto: dpa

FrankfurtDie Entscheidung über die zum Verkauf stehende Postbank dürfte nach Einschätzung ihres Vorstandschefs bis zum Herbst gefallen sein. „Es gibt im Konzern noch andere Prioritäten“, sagte Wolfgang Klein dem „Handelsblatt“. Dennoch hoffe er, dass er nicht den Jahrestag der seit Herbst 2007 laufenden Diskussion feiern werde, fügte er hinzu. Klein geht zudem davon aus, dass das Institut als Marke und Bank erhalten bleibt, egal wer den Mehrheitsanteil der Deutschen Post erwirbt. Er könne sich nicht vorstellen, dass jemand diese Marke opfere, sagte er.

Wer die Postbank mit ihren 14,4 Millionen Privatkunden bekommt, wird damit automatisch zur größten deutschen Privatkundenbank und schließt zu den Sparkassen wie den Volks- und Raiffeisenbanken auf. Finanzkreisen zufolge sondiert die Post derzeit den Markt. In den nächsten Wochen sollten Interessenten unverbindliche Angebote abgeben, sagten mit dem Sachverhalt vertraute Personen. Interesse haben die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Allianz. Ein formaler Verkaufsprozess wird dem Vernehmen nach erst im Juni anlaufen. Zunächst wird erwartet, dass die Post am 28. Mai eine Lösung für ihr defizitäres US-Expressgeschäft vorstellt.

Politisch befürwortet wird derzeit eine Fusion der Postbank mit der Allianz- Tochter Dresdner Bank und der Commerzbank. Nach Aussagen aus Finanzkreisen haben sich Allianz und Postbank bereits auf eine gemeinsame Marschroute geeinigt. So entstünde neben der Deutschen Bank hierzulande ein zweites Institut von internationalem Rang. Die Konzerne wollten sich dazu nicht äußern.

Wegen der zu erwartenden Stellenstreichungen laufen aber bereits die Gewerkschaften gegen die Großfusion Sturm. Bei einem solchen Zusammenschluss stünden bis zu 20 000 Arbeitsplätze auf dem Spiel, sagte Verdi-Bundesvorstand Uwe Foullong. „Wir halten den Weg von nationalen Großfusionen für falsch“, fügte er hinzu. Die Institute würden sich „gegenseitig kannibalisieren“.

Auch aus dem Ausland gibt es Interessenbekundungen. Finanzkreisen zufolge haben die spanische Santander, die französischen BNP und die niederländische ING ein Auge auf die Postbank geworfen. Die ebenfalls genannte italienische Unicredit dementierte ein Interesse. (Tsp/HB)

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