Wirtschaft : Großbanken zahlten die meisten Steuern

FRANKFURT (MAIN) (rtr). Die vier deutschen Großbanken haben 1998 nach Angaben der Deutschen Bundesbank von allen deutschen Bankengruppen mit Abstand die meisten Steuern gezahlt. Aus dem jüngsten Monatsbericht Juli der Bundesbank geht hervor, daß Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerzbank und HypoVereinsbank schätzungsweise 11,504 Mrd. DM an Ertrag- und Einkommensteuern zahlten, nachdem sie 1997 nur 998 Mill. DM abgeführt hatten.Im Vergleich hierzu flossen von den Landesbanken 1998 nur 2,597 Mrd. DM in die öffentlichen Kassen, was immerhin gegenüber dem Vorjahr noch einer Steigerung um 417 Mill. DM oder rund 19 Prozent gleichkam. Das Steueraufkommen der Sparkassen war nach den Angaben der Bundesbank 1998 mit 6,780 Mrd. nach 7,225 Mrd. DM im Vorjahr hingegen leicht rückläufig.Damit zahlten die vier Großbanken 1998 mehr Steuern als die 13 Landesbanken einschließlich DGZ-Deka-Gruppe und die 594 Sparkassen zusammen. Die Zahlen sind Experten zufolge deshalb pikant, weil die Sparkassenorganisation in der Vergangenheit ihre Bedeutung für das Gemeinwesen auch mit ihren hohen Steuerzahlungen begründete. Den international tätigen Großbanken warfen die öffentlich-rechtlichen Banken dagegen vor, ihre Gewinne in Steueroasen zu versteuern und damit die Steuereinnahmen das inländischen Fiskus zu schmälern. Zumindest für das Jahr 1998 trifft das offensichtlich nicht zu. Das gegenüber 1997 um rund 1153 Prozent auf mehr als 11,5 Mrd. DM gestiegene inländische Steueraufkommen der Großbanken stellte auch für sich genommen einen Rekord dar.Gleichzeitig waren die "Big Four" 1998 auch die mit Abstand profitabelste Bankengruppe in Deutschland. Ihre Eigenkapitalrendite vor Steuern, die auch international als Maßstab gilt, stieg nach Schätzungen der Bundesbank 1998 auf 39,51 Prozent gegenüber 7,38 Prozent im Vorjahr. Nach Steuern waren es 19,24 Prozent nach 5,44 Prozent 1997. Im Vergleich hierzu rentierten die Landesbanken vor und nach Steuern mit 11,69 (10,90) beziehungsweise 6,34 (5,89) Prozent, während die Kennziffern für die Sparkassen 17,82 (19,37) und 6,52 (6,66) Prozent lauteten. Immerhin in die Nähe der Großbanken rückten die genossenschaftlichen Zentralbanken, deren Vorsteuerrendite auf 28,57 (12,00) Prozent anzog und nach Steuern mit 23,13 (5,43) Prozent diejenige der Großbanken sogar noch übertraf.

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