Großdemonstration : 20.000 protestieren gegen Nokia-Schließung

Die Mitarbeiter des Nokia-Werkes in Bochum versuchen alles, damit der finnische Mobilfunkkonzern doch nicht das Weite sucht. Bundeskanzlerin Angela Merkel schaltet sich persönlich in die Krise ein, aber Erfolgschancen sieht sie kaum.

Nokia
Großdemo: Über 20.000 Menschen beteiligten sich an der Demo gegen die Nokia-Werkschließung. -Foto: dpa

BochumVor dem von Schließung bedrohten Bochumer Nokia-Werk hat sich heute unter Glockengeläut ein Demonstrationszug in Bewegung gesetzt. An der Spitze des Zugs trugen die Teilnehmer einen Sarg mit der Aufschrift "Nokia". Dem Zug mit Beschäftigten des Bochumer Handy-Werks hatten sich zahlreiche Mitarbeiter anderer Betriebe angeschlossen. Laut Organisatoren sind rund 20.000 Teilnehmer vor Ort.

Merkel schaltet sich ein

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich im Kampf um die Arbeitsplätze der Beschäftigten des Bochumer Nokia-Werks nun auch persönlich eingeschaltet. Nach eigenen Angaben hat sie bereits gestern mit Unternehmens-Chef Olli-Pekka Kallasvuo gesprochen. Sie habe ihm die Meinung gesagt, erklärte Merkel heute in einem Interview mit dem Sender NDR Info. "Ich habe deutlich gemacht, dass ich die gesamte Kommunikation und alles, was darum herum ist, unverständlich finde", betonte die Regierungschefin. Auf der anderen Seite gebe es aber auch noch Gespräche zwischen dem Wirtschaftsministerium und Nokia. Darüber sei Stillschweigen vereinbart worden.

Merkel zeigte sich skeptisch, dass die Firma ihre Schließungspläne revidiert. Die Regierung werde aber alles tun, um den von Entlassung bedrohten Beschäftigten zu helfen. "Wenn die Entscheidung nicht revidiert wird, wofür einiges spricht, muss jetzt alles daran gesetzt werden, Menschen, die dort betroffen sind, eine Perspektive zu geben." In diesem Zusammenhang habe sie auch mit IG-Metall-Chef Berthold Huber gesprochen. Nach Auffassung von Merkel zeigt der Fall erneut, dass Subventionen «kein Garant für alle Zeit» sind. Dennoch werden in Ausnahmefällen weiter Subventionen nötig sein, insbesondere bei der Ansiedlung von Unternehmen in Ostdeutschland. (hu/dpa)

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