Wirtschaft : Große Fusionen mit deutscher Beteiligung - Zusammenschlüsse aus den vergangenen zwei Jahren

Immer häufiger schließen sich große Unternehmen aller Branchen zu noch größeren Konzernen zusammen oder schlucken kleinere Betriebe. Allein in den vergangenen zwei Jahren gab es mehr als ein Dutzend "Elefantenhochzeiten" unter Beteiligung deutscher Firmen.

Juli 1998: Die EU-Kommission genehmigt den Zusammenschluss von Daimler-Benz mit dem amerikanischen Autohersteller Chrysler. Allein im ersten Halbjahr 1999 steigert der neue Konzern seinen Umsatz um zehn Prozent auf 141 Milliarden Mark.

September 1998: Die Hypobank und die Bayerische Vereinsbank schließen sich zusammen. Es entsteht das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut mit einer Bilanzsumme von 861 Milliarden Mark und rund 40 000 Mitarbeitern.

Dezember 1998: Die Aktionärsversammlungen stimmen der Fusion der Degussa und der Hüls AG zum größten Spezialchemiehersteller der Welt zu. Das neue Unternehmen unter dem Dach der Veba setzt 20 Milliarden Mark im Jahr um und beschäftigt 46 000 Mitarbeiter.

März 1999: Mit der Eintragung ins Düsseldorfer Handelsregister ist der Zusammenschluss der Stahl- und Maschinenbaukonzerne Thyssen und Krupp perfekt. Der neue Riese macht einen Umsatz von rund 70 Milliarden Mark jährlich und hat 173 000 Mitarbeiter.

Juni 1999: Die Fusion der Deutschen Bank mit dem amerikanischen Geldinstitut Bankers Trust ist endgültig unter Dach und Fach. Es entsteht die bis dahin größte Bank der Welt mit einer Bilanzsumme von 1400 Milliarden Mark und 95 000 Beschäftigten.

August 1999: Hoechst und der französische Chemiekonzern Rhône-Poulenc bekommen von der EU-Kommission grünes Licht für die Bildung des gemeinsamen Unternehmens Aventis. Der Umsatz des neuen Unternehmens beträgt rund 34,5 Milliarden Mark.

August 1999: Die Karstadt-Aktionäre stimmen der Zusammenlegung ihres Unternehmens mit dem Versandhaus Quelle zu. Die neue Gesellschaft setzt im Jahr rund 36 Milliarden Mark um und hat 121 000 Mitarbeiter.

September 1999: Viag und Veba wollen sich zum größten deutschen Stromversorger zusammen schließen. In Europa wird das neue Unternehmen auf dem Energiesektor künftig Rang drei einnehmen.

Oktober 1999: Mit der geplanten Fusion von Dasa und Aérospatiale Matra entsteht ein neuer Gigant der Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsindustrie in Europa. Der deutsch-französische Konzern soll European Aeronautic, Defense and Space Company (EADS) heißen, einen Umsatz von rund 21 Milliarden Euro erwirtschaften und 89 000 Mitarbeiter beschäftigen.

Oktober 1999: Die Stromriesen RWE und VEW tauschen Verlobungsringe: Der neue Energiegigant an der Ruhr würde mit einer Jahresleistung von mehr als 150 Milliarden Kilowattstunden zum größten deutschen Stromproduzenten werden.

November 1999: Der größte deutsche Versicherungskonzern Allianz übernimmt 70 Prozent an der US-Vermögensverwaltung Pimco. Beide Unternehmen verwalten künftig zusammen ein Vermögen von rund rund 1,2 Billionen Mark.

Februar 2000: Nach monatelanger Abwehrschlacht gegen den Übernahmeversuch des Mobilfunkriesens Vodafone-AirTouch gibt sich der deutsche Traditionskonzern Mannesmann geschlagen.

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