Wirtschaft : Großer Wasserschaden Munich Re: Sommerflut kostet 11,7 Milliarden Euro

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Berlin - Das Juni-Hochwasser in Deutschland und angrenzenden Staaten war mit einem Gesamtschaden von 11,7 Milliarden Euro die weltweit teuerste Katastrophe des vergangenen Jahres. Die versicherten Schäden lagen in diesem Fall bei 2,3 Milliarden Euro, wie der weltgrößte Rückversicherer Munich Re in München mitteilte. Neben ungewöhnlich hohen Schäden durch Stürme, Hagel und Hochwasser in Europa habe vor allem der Taifun Haiyan das Jahr geprägt. Der Sturm, der am 7. November den Süden der Philippinen verwüstete, habe mehr als 6000 Menschenleben gefordert. Millionen wurden obdachlos, große Teile der Ernte zerstört. Rein monetär fiel diese schwerwiegendste humanitäre Katastrophe kleiner aus als das Hochwasser in Europa: Gesamtschaden etwa zehn Milliarden Dollar (7,3 Milliarden Euro).

Weltweit war 2013 aus Sicht der Versicherungsgesellschaft eher ein gutes Jahr. Mit 125 Milliarden Dollar und 31 Milliarden Dollar blieben sowohl die Gesamt- als auch die versicherten Schäden unter den Durchschnittswerten der vergangenen zehn Jahre. Auch die Zahl der Todesopfer lag mit 20 000 unter diesem Mittel. „Bei einigen Ereignissen des Jahres 2013 hat sich gezeigt, wie gut Warnungen und schadenmindernde Maßnahmen die Auswirkungen von Naturkatastrophen begrenzen können“, sagte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek. So seien die Schäden durch die jüngsten Stürme in Europa „vergleichsweise gering“. Im Dezember sei beispielsweise „Xaver“ glimpflich verlaufen, weil Vorsorge getroffen worden sei. Der Schaden liege deshalb in unterer einstelliger Milliardenhöhe.

Auch beim Sommerhochwasser in Deutschland habe sich gezeigt, dass der Ausbau des Schutzes seit der Flut 2002 Früchte getragen habe. So sei die historische Dresdner Altstadt dieses Mal weitgehend verschont geblieben. „Dennoch wurde auch deutlich, dass Hochwasserschutz den gesamten Flusslauf umfassen muss und nicht nur aus Eindeichen bestehen kann“, sagte Peter Höppe, Leiter der Geo-Risikoforschung der Munich Re. Er plädierte für „international koordinierte“ Bemühungen entlang großer Flüsse.

Mehr geschehen müsse in Risikoregionen wie den Philippinen. „Haiyan zeigt, wie wichtig Maßnahmen der Regierungen bei der Bauplanung sind“, sagte Vorstandsmitglied Ludger Arnoldussen. Die Munich Re sieht in ihren Analysen eine Phase mit mehr Taifunen in Südostasien anbrechen. Simon Frost

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