Wirtschaft : Großes Interesse an Berliner Bank Erste Frist beim Verkauf ist abgelaufen

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Berlin - Die erste Frist lief am Freitag um 17 Uhr ab. Bis dahin mussten sich Interessenten für die Berliner Bank bei der Bankgesellschaft Berlin registrieren lassen. Wenn sie zum Verkaufsverfahren zugelassen werden, müssen sie bis zum 13. Januar 2006 ein Gebot für die Berliner Bank abgeben.

Das Institut muss nach dem Willen der EU-Kommission bis zum Herbst 2006 verkauft werden. Es zählt etwa 318 000 Privat- und rund 14 000 Firmenkunden. Der Marktanteil in Berlin beträgt ungefähr sieben Prozent. In der Bank arbeiten derzeit rund 1200 Menschen. Die Bank soll 2005 „deutlich mehr als 30 Millionen Euro“ verdienen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bankgesellschaft Hans-Jörg Vetter. In den Büchern der Bankgesellschaft steht die Berliner Bank noch mit einem Euro, als Verkaufspreis werden mindestens 300 Millionen Euro genannt.

Vetter spricht von Interessenten in zweistelliger Zahl, die zu zwei Dritteln aus dem In- und einem Drittel aus dem Ausland kämen. Die Vorgaben der Bankgesellschaft sind übersichtlich. Sie will „ nicht nur einen guten Preis“ erzielen, man trage „auch Verantwortung für die Mitarbeiter“. Und der Bankchef hat klargestellt, dass die Erlöse aus dem Verkauf nicht an das Land fließen, sondern an die Bank. Auch Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) wünscht der Bank, „dass sie einen guten Preis erzielt“. Ziel sei „die innere Stärkung der Bank“.

Die Liste der bereits bekannten Interessenten ist lang: die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam, die Berliner Volksbank, die Commerzbank, die Hypo-Vereinsbank, die Citibank sowie Christopher Flowers, der sich mit David Bondermann zur Gruppe Texas Pacific zusammengeschlossen hat. Dazu kommen Lone Star von Roger Orf und die HSH Nordbank.

Interessant auch, wer sich offenbar nicht gemeldet hat. Wer nämlich bei der Berliner Bank zum Zuge kommt, darf 2007 nicht mehr für die Bankgesellschaft bieten. Da ist zum Beispiel die WestLB. Auch die Deutsche Bank und HSBC sollen nicht dabei sein. dr

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