Großrazzia : Fünf Haftbefehle bei Siemens

Nach der Großrazzia beim Siemens-Konzern sind fünf Haftbefehle wegen Untreueverdachts ergangen. Der Tatverdacht hat sich laut Staatsanwaltschaft erhärtet.

München - Wie die Staatsanwaltschaft München mitteilte, ist unter den Verhafteten auch ein früherer Siemens-Bereichsvorstand. Insgesamt werde gegen zehn Mitarbeiter und Ex-Mitarbeiter sowie gegen zwei weitere Beteiligte aus deren persönlichem Umfeld ermittelt. Es bestehe der Verdacht der Untreue zum Nachteil von Siemens, hieß es. Nach einer ersten Bewertung der Ermittlungsergebnisse habe sich der Tatverdacht erhärtet.

Die überwiegend im Bereich der Firmensparte Communications (COM) arbeitenden Mitarbeiter sollen seit 2002 Gelder in Höhe von rund 20 Millionen Euro aus dem Geschäftsbereich der Siemens AG über Tarnfirmen und Off-Shore-Gesellschaften und deren Konten in der Schweiz und Liechtenstein ausgeschleust haben, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Ob und in welchem Umfang diese Gelder zu Schmiergeldzahlungen verwendet wurden, sei aber noch zu prüfen.

Am Mittwoch waren im Rahmen einer Großrazzia 30 Büroräume und Privatwohnungen von Beschäftigten im Großraum München sowie Erlangen und Österreich durchsucht worden. Dabei waren rund 250 Beamte und 23 Staatsanwälte aus München und Bozen sowie drei Schweizer Bundesanwälte im Einsatz. Wie die Staatsanwaltschaft München mitteilte, konnten zahlreiche Unterlagen sicher gestellt werden, deren Auswertung aber noch längere Zeit dauern werde. Zudem liefen noch Befragungen der Beschuldigten. Drei von ihnen hätten bereits umfassende Angaben gemacht. Einzelheiten zu Geldflüssen und beteiligten Firmen könnten aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht gemacht werden, teilte die Anklagebehörde mit. (tso/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben