Gründer-Garage : "Jeder hat das Potenzial zum Gründer"

Google startet gemeinsam mit der Stiftung Entrepreneurship und der Crowdfunding-Plattform Indiegogo einen neuen Wettbewerb für Unternehmensgründer. Er setzt früh an: bei der Idee.

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Günter Faltin von der Stiftung Entrepreneurship.
Günter Faltin von der Stiftung Entrepreneurship.Foto: Google

Günter Faltin ist überzeugt: „Jeder hat das Potenzial ein Gründer zu sein.“ Und obwohl es viele gute Ideen in Deutschland gebe, existierten zu wenige gute Geschäftsmodelle und zu wenige Gründer, die Unternehmertum wagen, meint der Berliner Wirtschaftsprofessor. Um das zu ändern, hat Google gemeinsam mit ihm und der Internetplattform Indiegogo einen neuen Wettbewerb für angehende Unternehmer initiiert: die Gründer-Garage. Die Geschäftsideen können aus allen Bereichen der Gesellschaft kommen – aus Wirtschaft, Kultur, Umwelt oder Sozialem. Für die Sieger stiftet Google ein Preisgeld von insgesamt 150 000 Euro.

Danae Ringelmann von Indiegogo.
Danae Ringelmann von Indiegogo.Foto: Google

Faltin, der den Arbeitsbereich Entrepreneurship an der FU Berlin leitet und mit einem Kollegen die Stiftung Entrepreneurship errichtete, fördert seit vielen Jahren Gründer in Deutschland. Das Wort Unternehmertum habe hierzulande keinen guten Ruf, sagt Faltin, darum nutzt er lieber den englischen Begriff Entrepreneurship. „Viele glauben immer noch, es fehlt an Kapital“, sagt Faltin. Doch mit Geld allein komme man nicht weit. „Wir brauchen mehr Begeisterung für die eigene Idee. Guten Ideen läuft das Kapital hinterher.“ Dabei verweist der Wirtschaftsprofessor darauf, dass große Unternehmen in Deutschland Beschäftigung abbauen, während die meisten Menschen bei kleinen und mittleren Unternehmen Arbeit finden. „Auch deshalb brauchen wir Start-ups“, sagt Faltin. Bei einer Gründung komme es nicht auf Schnelligkeit an, sondern auf die Qualität des Konzepts. „80 Prozent der Start-ups existieren nach fünf Jahren nicht mehr“, sagt Faltin. Auch das möchte er ändern. Die Teilnehmer des Wettbewerbs, der jetzt beginnt, durchlaufen in einer ersten Phase ein Online-Training für Entrepreneurs. Ziel ist es, aus einer Idee ein unternehmerisches Konzept entstehen zu lassen. Das Training ist bereits erprobt, wurde aber für den Wettbewerb überarbeitet.

In Phase zwei, die im September beginnt, können die Teilnehmer ihre Geschäftskonzepte online bei Indiegogo präsentieren. Indiegogo ist eine Crowdfunding-Plattform, auf der Kampagnen präsentiert werden können, für die Unterstützer oder Geldgeber gesucht werden. Die Idee ist, dass viele kleine Beträge am Ende einen großen Unterschied machen. Sieger werden die Gründer, die ihren Finanzbedarf decken können und den höchsten Gogo-Faktor haben, deren Kampagne zum Beispiel besonders gut ankommt. Die Sieger werden also nicht von Experten sondern von Internetnutzern gekürt.

Wieland Holfelder von Google.
Wieland Holfelder von Google.

Die Summe, die die Gründer von ihren Förderern einsammeln, legt Google als Preis noch einmal dazu. Google selbst sei in einer Garage gegründet worden, begründet Google-Manager Wieland Holfelder die Initiative. „Wir wollen einen Beitrag leisten, den Geist der Garage auch in Deutschland zu wecken.“

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