Wirtschaft : Gründer von Consors ist zurück

Karl Matthäus Schmidt berät jetzt Vermögende

Frank Drost (HB)

Berlin - Wird auf dem Berliner Kurfürstendamm 119 die deutsche Bankenwelt revolutioniert? Auf jeden Fall startet Karl Matthäus Schmidt mit der Quirin Bank AG den Versuch. Der Gründer und ehemalige Vorstandschef des Onlinebrokers Consors will es noch einmal wissen. Mit 37 Jahren startet Schmidt seine zweite Bankerkarriere, dieses Mal als Vorstandssprecher der Quirin Bank. Und nichts weniger als ein neues Geschäftsfeld des Private Banking will Schmidt in Deutschland etablieren. In Deutschland würden bisher nur Anleger mit wirklich großen Vermögen „professionell, unabhängig und langfristig erfolgreich“ beraten. Das soll sich mit Quirin nun ändern.

Mit der Quirin Bank will Schmidt den Markt aufmischen. „Ich kenne keine Bank in Deutschland, die unser Modell fährt“, behauptet Schmidt. Er wolle aufräumen mit dem produkt- und provisionsgetriebenen Vertrieb der etablierten Banken. „Bei uns zahlt der Kunde erstmals für seine Beratung“, sagt Schmidt. Für die Beratung und sämtliche Transaktionen verlangt die Quirin Bank eine Monatspauschale von 75 Euro. Eigene Produkte werden nicht verkauft, Vertriebs- oder Bestandsprovisionen sollen an den Kunden weitergeleitet werden. Im Visier sind Kunden, die über ein liquides Vermögen zwischen 50 000 und 250 000 Euro verfügen. Diese sollen zunächst in den sieben größten Städten ausfindig gemacht werden. Mindestens 10 000 Kunden will die Bank innerhalb von fünf Jahren betreuen.

Die Quirin Bank ist Namensnachfolger der CCB Bank AG. Diese entstand aus dem Zusammenschluss der ehemaligen Consors Capital Bank und der Leipziger Transaktionsbank Setis. Schmidt wurde 2005 zum Vorstandssprecher der CCB Bank und heutigen Quirin Bank bestellt. Die Berliner Effektengesellschaft ist mit 51 Prozent an der Bank beteiligt, die SachsenLB mit 31 Prozent, das Management hält 18 Prozent. Derzeit beschäftigt das Institut in Berlin und Leipzig rund 90 Mitarbeiter, die im Raum Berlin 700 Kunden mit einem Depotvolumen von 390 Millionen Euro betreuen.

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