Wirtschaft : Gründerinnen haben in Berlin die Nase vorn

INGO KOHLSTEIN (dpa)

24 000 Frauen sind ihr eigener ChefVON INGO KOHLSTEIN (dpa) BERLIN.In keiner anderen Stadt Deutschlands gibt es so viele Unternehmerinnen wie in Berlin.Bereits 24 000 Frauen sind nach Angaben des Berliner Senates ihr eigener Chef.Der Anteil der Frauen bei den Existenzgründern liegt mit einem Drittel deutlich höher als im Rest der Republik (22 Prozent).Doch müßten viele Frauen immer noch gegen Ressentiments und Diskriminierung in der Wirtschaftswelt kämpfen, meinen Gründerinnen in der Hauptstadt.In Berlin-Mitte steht die 5500 Quadratmeter große "Weiberwirtschaft", eigenen Angaben nach das größte Zentrum für Existenzgründerinnen in Deutschland.Von 1992 bis 1996 verwandelten 34 Mill.DM das ehemalige Fabrikgelände in einen "Ballungsraum für Chefinnen".In der "Weiberwirtschaft" sind rund 150 Arbeitsplätze entstanden.Gründerinnen bekommen dort günstige Mieten und frauenfreundliche Angebote wie eine Kindertagesstätte.Männer haben Mietverbot.Insgesamt haben sich 40 Firmen und Verbände angesiedelt, darunter eine Bonbonfabrik, eine Kunstglaserei, eine Schuhmacherei und ein Lesbenarchiv.Frauen scheitern mit ihrer Unternehmensgründung nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung nur halb so oft wie Männer und sind überwiegend als Dienstleister im Geschäft.Nach einer Studie der Deutschen Ausgleichsbank investieren Berliner Frauen bei ihrer Existenzgründung mit durchschnittlich 350 000 DM ein Drittel weniger als Männer.Es entstehen auch weniger Arbeitsplätze: Im Durchschnitt 2,2 verglichen mit 2,9 Prozent bei männlichen Einsteigern.Grund dafür sei der hohe Anteil der Gründungen im Einzelhandel und Dienstleitungsbereich.In Industrie und Handwerk liegt der Anteil von Frauen bei Gründungen bundesweit bei nur zehn Prozent.

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