Wirtschaft : Grüne Anlagen

FRIEDERIKE BECKER

Daß nicht alles öko ist, wo öko drauf steht, beweist die unterschiedliche Ausrichtung der etwa zehn in Deutschland vertriebenen ökologischen Fonds (Öko-Fonds).Darunter gibt es nur einen Fonds, der wirklich in Deutschland aufgelegt wird (Focus GT Umwelttechnologie Fonds).Diesen Fonds hat das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen genehmigt.Bei den anderen Angeboten, die aus dem Ausland kommen, überwacht die Behörde nur die Einhaltung der Anlagegrundsätze.

Die Anleger aller Fonds erwarten im Gegensatz zu den konventionellen Anlagen, daß neben den ökonomischen auch strenge ökologische Kriterien eingehalten werden.Außerdem sollen aber auch die Öko-Fonds Renditen erzielen.Drei verschiedene Modelle von Öko-Fonds lassen sich grundsätzlich voneinander unterscheiden.Die strengsten Anforderungen stellen die grün-ethischen Fonds, die mit einer Negativliste arbeiten.Dabei schließt diese Liste bestimmte Branchen und Unternehmen aus, die in Bereichen investieren, die mit den Zielen von ethischen Fonds nicht zu vereinbaren sind.So dürfen die Unternehmen weder mit Tierversuchen arbeiten, noch in der Rüstungsbranche tätig.Die Anbieter wählen aus den verbleibenden Betrieben die chancenreichsten Gesellschaften nach zahlreichen ökologischen Kriterien aus.Weltweit investieren die Banken in mittelgroße Unternehmen, die besonders umwelt- und sozialverträglich sind und gleichzeitig überdurchschnittliche Kursgewinnchancen bieten.

Eine weitere Gruppe von Fonds sind die ökoeffizienten Fonds.Hier werden andere - weichere - Maßstäbe angesetzt.Dieser Fonds orientiert sich daran, wie ökologisch ein Betrieb organisiert ist.Den Vergleichsmaßstab stellt die Konkurrenz dar.Die Anleger investieren also in den jeweils ökologischten Konzern der Branche.Und das selbst dann, wenn die Firmen nicht durch und durch ökologische Strukturen nachweisen können.

Der Umwelttechnik-Fonds steht für das dritte Modell ökologischer Fonds.Ziel dieses Fonds ist es, dem zunehmenden Umweltbewußtsein durch einen finanziellen Beitrag gerecht zu werden.Maßgeblich ist dabei, was ein Unternehmen produziert.Dieser Fonds kommt den konventionellen Aktienfonds am nächsten.Im Unterschied zu ihnen ist er auf die Anlage in einem speziellen Bereich gerichtet.

Um festzustellen, wie umweltverträglich ein Unternehmen ist und um ein hohes Anforderungsniveau sicherzustellen, beauftragen die Fonds-Anbieter unabhängige Agenturen.Diese bieten das Know-how für Öko-Ratings an.Die Agenturen untersuchen umfassend das Umweltmanagement sowie die Produkte und Dienstleistungen der Unternehmen.Anhand einer Skala bewerten sie den ökologischen Standard eines Betriebs.Das objektive Beurteilungsverfahren dient den Fonds-Anbietern als Indikator, inwieweit ein Unternehmen unter ökologischen Gesichtspunkten überzeugt.Die Öko-Fonds, die ursprünglich aus den USA kommen, haben in Deutschland mit 500 bis 600 Mill.DM zwar nur einen relativ geringen Marktanteil, doch die Nachfrage steigt.So wie sich die Fonds in drei Modelle unterteilen lassen, sind auch die Investitionsmotive der Anleger verschieden.Einigen geht es um ethische Aspekte, bei anderen stehen ökologische Ziele im Vordergrund.Der Markt bietet für jeden etwas.

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