Wirtschaft : Grüne Energie profitiert vom Klimawandel

Nairobi/Washington - Der Klimawandel hat den erneuerbaren Energien einen kräftigen Schub gebracht. Die Investitionen in diesem Sektor wuchsen im vergangenen Jahr mit 148 Milliarden Dollar (93 Milliarden Euro) im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 60 Prozent an, wie aus dem am Dienstag in Nairobi veröffentlichten Jahresbericht des UN-Umweltprogramms Unep zu den globalen Trends bei Investitionen in saubere Energien hervorgeht. Unep-Direktor Achim Steiner sprach von einer „Goldgräberstimmung“.

Laut dem Unep-Bericht wurde im vergangenen Jahr mit rund 50 Milliarden Dollar das meiste Geld in Windenergie investiert. Die höchste Zuwachsrate konnte erneut der Sektor der Solarenergie verbuchen. Er wuchs seit 2004 jährlich um durchschnittlich 254 Prozent; in ihn flossen vergangenes Jahr knapp 29 Milliarden Dollar. Die Investition in Biokraftstoffe ging hingegen um ein Drittel auf 2,1 Milliarden Dollar zurück. Die meisten Investitionen in erneuerbare Energien flossen laut Unep nach Europa (62 Prozent), gefolgt von den USA. Aber auch in China, Indien und Brasilien wuchs das Interesse.

Die große Nachfrage nach Solar- und Windenergie sowie Biokraftstoffen führt die Unep auf die weltweit wachsende Sorge um das Klima sowie die zunehmende Unterstützung von Regierungen für erneuerbare Energien zurück. Auch der steigende Ölpreis habe dazu beigetragen. Unep-Direktor Steiner verglich den Boom mit dem Goldrausch im 18. Jahrhundert in Kalifornien: Er ziehe „Heerscharen von modernen Goldschürfern“ an. Derzeit zeige sich eine „grundlegende Wandlung der globalen Energie-Infrastruktur“.

Bis 2012 erwartet das UN-Umweltprogramm eine weitere Zunahme der Investitionen im Sektor der erneuerbaren Energien auf jährlich 450 Milliarden Dollar und bis 2020 auf 600 Milliarden Dollar. Vor allem der Energiegewinnung aus Biomasse und Erdwärme bescheinigte die Unep großes Wachstumspotenzial.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) riet zugleich zu einer Überprüfung der Subventionen für Biokraftstoffe. Es gebe zahlreiche Hinweise, dass die erste Generation an Biokraftstoffen keine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Alternative zu fossilen Brennstoffen sei. Eine „weniger ambitionierte Politik“ in diesem Bereich könne auch den Druck auf die Lebensmittelpreise mindern. AFP

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