Wirtschaft : Grüne kritisieren Bahncard-Umtausch „Regeln nicht kundenfreundlich“

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Berlin (brö). Die Rahmenbedingungen bei der Einführung des nachgebesserten Preissystems der Deutschen Bahn stoßen in der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen auf Kritik. „Beim Umtausch der Bahncard 25 in eine neue Bahncard 50 verhält sich die Bahn nicht sehr kulant“, kritisierte Franziska EichstädtBohlig, die Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages ist. „Der Vorstand der Bahn hatte uns die Umtauschmodalitäten anders dargestellt.“

Stein des Anstoßes ist der Plan der Bahn, ab dem 1. August wieder eine Bahncard mit 50 Prozent Rabatt auf den Fahrpreis anzubieten. Kunden, die eine Bahncard mit 25 Prozent Abschlag besitzen, können diese bei der Bahn einreichen und bekommen dafür Reisegutscheine, die dem Restwert der Karte entsprechen. Vor der Presse hatte Bahnchef Hartmut Mehdorn Anfang des Monats noch angekündigt, der verbliebene Restwert werde mit dem Kaufpreis von 200 Euro für die neue Bahncard 50 (Zweite Klasse) verrechnet. Besitzer einer Bahncard 25 hatten jedoch in den vergangenen Tagen Schreiben von dem Konzern erhalten, in denen ihnen vorgeschlagen wurde, die Karte einzuschicken und gegen Reisegutscheine umzutauschen. „Die Bahn sollte den Umtausch lieber direkt am Schalter in den Reisezentren vornehmen, das ist für die Kunden einfacher“, sagte Eichstädt-Bohlig. Mit der jetzigen Regelung würden die Kunden der Bahn quasi einen Kredit gewähren.

Die Bahn wies die Vorwürfe zurück. Der Kunde habe keine finanziellen Nachteile, sagte ein Sprecher. Eine andere Regelung beim Umtausch sei aber aus technischen Gründen nicht möglich.

Derweil baut die Bahn die Personenverkehrssparte um. Die bisherigen Geschäftsfelder DB Reise & Touristik, DB Regio und DB Stadtverkehr werden unter der Holding DB Personenverkehr zusammengefasst werden. Chef der Holding wird der Konzernvorstand Karl-Friedrich Rausch, die Fernverkehrssparte leitet Karl-Dietrich Reemtsma.

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