Grüne Woche 2007 : Schlemmerparadies und Politiker-Treff

Die Berliner Messehallen werden zur Internationalen Grünen Woche wieder zum größten Restaurant auf dem Globus. Zehn Tage lang heißt es dann für Hunderttausende schlemmen und genießen.

Berlin - Die weltgrößte Schau der Agrar- und Ernährungswirtschaft hat aber deutlich mehr als nur kulinarische Genüsse aus fünf Kontinenten zu bieten. Sie ist vom 19. bis 28. Januar auch Treffpunkt der internationalen Agrarpolitik, eine erste Adresse für den Gartenbau und Wissensbörse für die Nutzung nachwachsender Rohstoffe.

Der Agrarbereich geht in die Offensive und will Städtern das vielfältige Landleben näher bringen - zum Beispiel den "LebensTraum Dorf". Auf dem Erlebnisbauernhof wird die gesamte Kette der Lebensmittelerzeugung und -verarbeitung mit Qualitätskontrolle gezeigt. Zudem wird intensiv um dringend benötigten Nachwuchs geworben. Erstmals ist mit Lidl auch ein großer Discounter auf der Messe präsent. Die Messe Berlin verspricht für zehn Tage ein Programm aus Verbraucherinformation, Landwirtschaft zum Anfassen sowie Tier- und Blumenschau. Als inzwischen festen Bestandteil gibt es zum zehnten Mal den Biomarkt.

Als Wirtschaftsfaktor etabliert

"Die Hallen unter dem Funkturm sind mit 114.000 Quadratmetern wieder voll belegt", sagt Messe-Sprecher Michael Hofer. "Wir erwarten über 1500 Aussteller aus 50 Ländern." Wie in den Vorjahren wird mit rund 400.000 hungrigen, durstigen und vor allem neugierigen Gästen gerechnet. Die Messe hat längst ihr Image als "Oktoberfest der Berliner" abgelegt und sich als Wirtschaftsfaktor etabliert. Im vergangenen Jahr wurden in den Hallen 40 Millionen Euro ausgegeben. Zudem unterzeichneten Einkäufer vor allem aus Mittel- und Osteuropa Kontrakte in Millionenhöhe für den Kauf von Viehhaltungs- und Geflügelaufzuchtanlagen.

Die Grüne Woche ist eine der ältesten deutschen Messen und wartet in diesem Jahr erneut mit etlichen Superlativen auf. In den Hallen unter dem Funkturm steht Deutschlands meistbesuchter Bauernhof. Es gibt den größten europäischen Heimtierzoo und selten zuvor waren prominente Agrarpolitiker so stark vertreten. So werden mehr als 50 Minister und Staatssekretäre aus dem Ausland sowie 60 deutsche Spitzenpolitiker erwartet. "Auf kurzem Weg kann man die halbe Welt treffen", stellt Brandenburgs Agrarminister Dietmar Woidke (SPD) fest. Zudem bietet die Messe über 250 Fachkonferenzen. Größter ausländischer Aussteller ist Russland, das mit 27 Regionen vertreten ist.

Grüne Woche als Testmarkt

Zahlreiche Bundesländer werben neben der Beteiligung in der CMA-Gemeinschaftshalle an eigenen Ständen für ihre heimischen Produkte und Regionen. Sie nutzen die Grüne Woche als Testmarkt, denn es gilt weiterhin die Erkenntnis: Was in Berlin ankommt, das geht später auch anderswo gut über die Ladentheke.

Für viele Besucher ist die Blumenhalle Gradmesser für die Attraktion der Messe. Dort soll die Besucher mit 10.000 Frühlingsblühern und 25.000 anderen Pflanzen ein farbenprächtiger "Jahrmarkt im Frühling" erwarten. Zu den Neuheiten zählen ganzjährig blühende Azaleen oder auch winterharte Bananenstauden. In der Tierhalle wird die erste Bundesschau der "Uckermärker", Deutschlands jüngste Fleischrinderrasse, gezeigt. Erstmals sind in der Halle auch Rentiere zu erleben. (Von Thorsten Gehrke, dpa)

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