Grüne Woche : "Gegessen wird immer"

Trotz Krise: Bauern und Ernährungsindustrie sind vor Beginn der Grünen Woche optimistisch. Sorgen sollen sich auch nicht die Verbraucher: Die Lebensmittelpreise bleiben stabil.

Grüne Woche
Letzte Vorbereitungen: Am heutigen Donnerstagabend wird die Grüne Woche offiziell eröffnet. Das Publikum kann sich dann ab Freitag...Foto: AFP

Berlin - Während Bundeskanzlerin Angela Merkel die Nation auf schwere Zeiten einschwört, kann die Ernährungsindustrie zumindest eine Verbrauchersorge aus dem Weg räumen: Die Preise für Lebensmittel werden in diesem Jahr vorerst stabil bleiben. Bereits seit der zweiten Jahreshälfte 2008 sei der Preisanstieg deutlich gebremst, sagte Jürgen Abraham, der Chef der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, kurz vor Beginn der Grünen Woche in Berlin. Für 2009 erwarte die Branche auch wegen zunehmender Konzentration und starken Wettbewerbsdrucks im Inland eine „weitere Normalisierung“. Auch Bauernpräsident Gerd Sonnleitner sieht Anzeichen für eine „Stabilisierung“.

Noch vor einem Jahr sah das anders aus. Der dramatische Preisanstieg bei Lebensmitteln, mitverursacht durch weltweit hohe Energiepreise und die steigende Nachfrage nach Biosprit, war das beherrschende Thema der größten Agrar- und Verbraucherschau der Welt. Für die Bauern waren das schöne Zeiten: Während Verbraucher stöhnten, stiegen ihre Einkommen auf Rekordniveau.

Doch trotz gesunkener Erzeugerpreise vor allem bei Milch, Schweinefleisch, Getreide und Raps ist die Stimmung auch in diesem Jahr gut. Und auch die weltweite Wirtschaftskrise bereitet den Bauern keine übermäßigen Kopfschmerzen. „Unter dem Strich haben wir recht gute Chancen, dass wir weiterhin durchstarten können und dem Fiasko der Banken und der Automobilindustrie entkommen“, sagte Sonnleitner. Gegessen werde immer. Ein Milliarden-Hilfsprogramm wie andere Unternehmen und Branchen werde man jedenfalls nicht fordern, sagte der Cheflobbyist der allerdings hoch subventionierten Landwirte.

Negative Folgen könnte die weltweite Rezession aber für die Agrarexporte haben, die mehr als 20 Prozent der Erlöse ausmachen, befürchtet Sonnleitner. Auch die Ernährungsindustrie, die knapp ein Drittel ihrer Waren exportiert, sieht im drohenden Nachfragerückgang im Ausland ein Risiko. Die Branche hatte den Umsatz 2008 nominal (ohne Preissteigerungen) um 5,6 Prozent auf 155 Milliarden Euro gesteigert.pet

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