Wirtschaft : Grundgebühr für Telefonanschluss steigt auf 15,66 Euro Deutsche Telekom erhöht

Monatsentgelt zum 1. September

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Berlin (vis). Für die meisten privaten Kunden der Deutschen Telekom wird telefonieren ab dem 1. September teuer. Denn noch immer haben rund 28 Millionen Kunden einen analogen Anschluss. Der kostet künftig 15,66 Euro, das sind 1,97 Euro oder 14 Prozent mehr als bisher. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post genehmigte am Dienstag einen entsprechenden Antrag der Telekom von vor einer Woche. Teurer werden auch die einmaligen Anschlusspreise. Dagegen werden Orts und Nahgespräche zu bestimmten Uhrzeiten nach Angaben der Deutschen Telekom um bis zu 50 Prozent billiger.

Die Telekom erhöht damit zum dritten Mal innerhalb von zwei Jahren die monatlichen Entgelte für einen analogen Anschluss. Im Mai 2002 war die Grundgebühr zunächst von 12,68 Euro auf 13,33 Euro angehoben worden, im Februar dieses Jahres stieg der Anschlusspreis dann auf 13,72 Euro pro Monat. Die Preise für ISDN-Anschlüsse sind bei der jetzigen Anhebung nicht betroffen.

Anlass für die Anhebung war unter anderem ein Bußgeldbescheid, den die EU-Kommission der Telekom wegen Wettbewerbsbehinderung im Ortsnetz Mitte Mai 2003 geschickt hatte. Die Wettbewerbshüter beklagten den zu geringen Abstand zwischen dem Mietpreis für die Teilnehmeranschlussleitung, den die Telekom von ihren Wettbewerbern verlangt, und dem Endkundenpreis.

Daraufhin hatte die Regulierungsbehörde das bereits beschlossene Preisfestsetzungsverfahren für 2003 noch einmal eröffnet. Ziel war es unter anderem auch, das von der Behörde ermittelte Defizit bei der Bereitstellung der Anschlüsse von gut 600 Millionen Euro zu beseitigen. Die jetzt genehmigte Erhöhung zum 1. September würde der Telekom rein rechnerisch Mehreinnahmen von mehr als 55 Millionen Euro pro Monat und mehr als 660 Millionen Euro pro Jahr bringen. Allerdings könnte der tatsächliche Wert niedriger liegen, zum Beispiel wenn Kunden die Erhöhung nutzen, um zu anderen Wettbewerbern zu wechseln.

Zudem werden Ortsgespräche in der Zeit von acht bis neun Uhr und von 18 bis 21 Uhr billiger: Der Zeittakt wird von 2,5 auf vier Minuten verlängert. Teurer wird dagegen auch die Bereitstellung von Anschlüssen (um 8,38 Euro auf 59,95 Euro) und die Übernahme (um 4,16 Euro auf 29,94 Euro).

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