Wirtschaft : Grundlos in der Grundversorgung

Berlins Stromkunden könnten bei Wechsel Kosten um bis zu 25 Prozent senken.

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Berlin - Zwei neue Strompreisanalysen bringen Wind in die Debatte um Kosten, die ab 2013 wegen der steigenden Ökostromumlage auf alle deutschen Haushalte zukommen. Demnach könnten die 16 Millionen Kunden, die ihren Strom bei ihrem lokalen Grundversorger beziehen, ihre Rechnung im Schnitt um bis zu 21 Prozent senken, wenn sie zu dem jeweils günstigsten Anbieter vor Ort wechseln würden. Das geht aus einer am Mittwoch vorgelegten Analyse des Internet-Preisvergleichportals Check24 hervor. Vor fünf Jahren waren die alternativen Anbieter im Schnitt nur bis zu neun Prozent günstiger als die Grundversorger.

Überdurchschnittlich groß ist der Vorteil für wechselwillige Stromkunden derzeit in Berlin. So kann ein Vier-Personen-Haushalt mit 5000 Kilowattstunden Jahresverbrauch seine jährlichen Kosten sogar um fast 25 Prozent senken, wenn er aus Vattenfalls Standard-Tarif „Berlin Basis Privatstrom“ etwa in den Tarif „Bonus 12“ des relativ neuen Anbieters Almado-Energy aus Köln wechselt. Das brächte dem Haushalt eine Entlastung von 317 Euro im Jahr (siehe Tabelle), was die zu erwartenden Mehrkosten durch die steigende EEG-Umlage im Höhe von 84 Euro im kommenden Jahr für diesen Musterhaushalt deutlich relativiert. Dass Kunden beim Wechsel womöglich nur noch per E-Mail betreut werden – wie im Falle von Almado – steht auf einem anderen Blatt. Auch sollten Verbraucher prüfen, ob der neue Anbieter die steigende EEG-Umlage bei seinen Tarifen schon eingepreist hat, seine Kunden also nicht im kommenden Jahr böse überrascht. Die Vergleichsportale zeigen das an.

Rund 40 Prozent der Stromkunden hierzulande haben in den gut zehn Jahren seit der Liberalisierung nie den Anbieter gewechselt. Dabei wächst die Zahl der Alternativen stetig weiter, wie aus einer ebenfalls am Mittwoch vorgelegten Studie des Portals Toptarif hervorgeht. So können Stromkunden in Berlin mittlerweile aus 119 verschiedenen Stromanbietern wählen. Dieser Wettbewerbsdruck treibe die ehemaligen Lokalmonopolisten verstärkt dazu, fernab ihrer Heimatregion Strom zu verkaufen, hieß es. Kevin P. Hoffmann

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