Wirtschaft : Gruner und Jahr mit glänzenden Geschäften

Bestes Betriebsergebnis der Verlagsgeschichte / Stammtitel wie der "stern" sollen gestärkt werden

HAMBURG (dpa).Der Verlag Gruner + Jahr AG will mit neuen Titeln im In- und Ausland weiter wachsen.Nach der Einführung der Computerzeitschrift "Konrad" soll künftig mindestens ein Titel pro Jahr in Deutschland starten.In Rußland gehe im Herbst "Geo" an den Markt, für China sei eine Automobilzeitschrift geplant.Deutliche Zuwächse seien in Zukunft vor allem im Ausland zu erwarten, sagte der Vorstandsvorsitzende Gerd Schulte-Hillen am Freitag.Der Verlagschef geht davon aus, daß "das internationale Geschäft bald das nationale überholen wird". Nach einem glänzenden Geschäftsjahr 1996/97 (30.Juni) rechnet der Vorstand im laufenden Jahr mit einem weiteren Zuwachs von fünf Prozent."Erfahrungsgemäß wird es aber besser", sagte Schulte-Hillen.Gruner + Jahr erzielte 1996/97 mit 688 Mill.DM das beste Betriebsergebnis in seiner Geschichte.Der Konzernumsatz stieg um fünf Prozent auf 4,81 Mrd.DM.Dabei wurde jeweils die Hälfte im In- und Ausland verdient.Der Jahresüberschuß erhöhte sich um 84 Prozent von 242 Mill.auf 445 Mill.DM. Das Anzeigengeschäft ist für den Verlag Gruner + Jahr die größte Erlösquelle und trug 36 Prozent zum Umsatz bei, gefolgt vom Vertrieb (34 Prozent) und Druck (21 Prozent).Die Zeitschriften im Inland erreichten knapp den Vorjahresumsatz von rund 1,3 Mrd.DM, die Zeitschriften im Ausland verbuchten ein Plus von 15 Prozent auf 1,65 Mrd.DM. Im Geschäftsjahr 1996/97 investierte der Verlag für jüngere Titel wie "Gala", "TV Today" sowie Blätter im Ausland insgesamt 124 Mill.DM.Die tragenden Säulen im deutschen Zeitschriftengeschäft blieben Stammtitel wie "stern", "Brigitte", über "Capital", "Eltern" bis "Geo".Bei Gruner + Jahr arbeiten 12 544 Beschäftigte. Der Verlag erzielt mittlerweile die Hälfte seines Umsatzes im Ausland - in Frankreich, den USA, Polen, England, Italien und Spanien.Die Prisma Presse in Frankreich blieb mit einer Umsatzrendite von mehr als 20 Prozent die große Ertragssäule in dem Bereich.Zum zweiten Standbein avancierten die Zeitschriften in den USA, die ihr Ergebnis nahezu verdoppeln konnten.In Deutschland setzt der Verlag auf die Neueinführung weiterer Zeitschriften.Besonderes Augenmerk gelte dem "stern".Unter der Dachmarke "stern" sei eine einmalige Ausgabe einer Musikzeitschrift "Amadeus" und "Jugend und Ausbildung" in Vorbereitung.In Entwicklung sei außerdem die Kinderzeitschrift "Geoline", eine Einsteiger-Börsenzeitschrift "Bizz" sowie eine Jugendzeitschrift.

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